Angriff mit der "Steinschleuder"

Facebook startet neuen Anlauf gegen Snapchat

Menlo Park - Chat-Bilder, die von alleine verschwinden, sind ein Hit vor allem bei jungen Internet-Nutzern. Die App Snapchat ließ Facebook auf diesem Gebiet alt aussehen - doch das Netzwerk zieht nach.

Facebook unternimmt einen neuen Anlauf, die populäre App Snapchat mit ihren automatisch verschwindenden Bildern anzugreifen. Über die am Dienstag zunächst nur in den USA gestartete Anwendung mit dem Namen Slingshot (Steinschleuder) können Fotos und Videos verschickt werden, die sich nach dem Anschauen von alleine löschen. Facebook hat sich allerdings etwas Neues einfallen lassen: Um erhaltene Bilder zu sehen, muss ein Nutzer dem Absender zunächst selber etwas zurückschicken.

Snapchat ist vor allem bei jungen Nutzern beliebt. Und gerade bei dieser wichtigen Altersgruppe wird oft über ein nachlassendes Interesse an Facebook spekuliert, auch wenn belastbare Zahlen dazu bisher fehlen.

Facebook hatte im vergangenen Jahr versucht, Snapchat zu kaufen, doch die Gründer lehnten ab. Das Angebot lag laut Medienberichten bei drei Milliarden Dollar. Facebook machte daraufhin die Übernahme des Messaging-Dienstes WhatsApp für bis zu 19 Milliarden Dollar fest. Bereits seit 2012 hatte Facebook als Konkurrenz für Snapchat die App „Poke“ im Angebot, bei der die Fotos nach dem Ansehen ebenfalls von selbst verschwanden. Sie fand jedoch nur wenige Nutzer und wurde vor kurzem aus den Download-Plattformen zurückgezogen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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