Spenden statt exen

Facebook-Trinkspiel 2.0: Aus Blödsinn wird Sinn

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München - Tolle Idee: Anstatt ein Bier auf ex zu trinken, ändern immer mehr Nutzer sozialer Netzwerke die Regeln des Facebook-Trinkspiels, um Gutes zu tun. Auch Promis machen mit.

Gerade sah es so aus, als wäre der Höhepunkt der sogenannten Biernominierung s-Hypes überschritten, da nimmt der Internet-Trend wieder Fahrt auf - mit einem neuen Dreh. Wer nominiert ist, überlegt meist nur, ob er zum Spielverderber werden oder mitmachen soll. Doch es gibt eine dritte Möglichkeit, und die entdecken jetzt immer mehr Menschen für sich: Sie kidnappen den Trend und filmen sich nicht beim Trinken einer Halben in einem Zug, sondern beim Verrichten einer guten Tat. Dann stiften sie drei Personen an, ebenfalls (wohl-)tätig zu werden.

Südafrikaner verschenkt Essen

Als Initiator dieser Gegenbewegung gilt Brent Lindeque. Der Südafrikaner stellte vor wenigen Tagen ein Video von sich ins Netz, auf dem er zeigt, wie man den Ursprungszweck der Veranstaltung auf den Kopf stellt. "Ein Bier austrinken ist einfach. Aber wir können das Leben von Menschen positiv verändern, wenn wir die Power der sozialen Netzwerke nutzen", erklärt der Nominierte am Steuer seines Autos. Während am unteren Bildschirmrand die Botschaft läuft, dass 56 Prozent der Südafrikaner von weniger als zwei Dollar pro Tag leben, steigt Lindeque aus seinem Wagen, drückt einem Obdachlosen ein Sandwich, eine Cola und eine Tafel Schokolade in die Hand - und nominiert zwei Freunde.

Eine Gegenbewegung entsteht

Zehntausende klickten das Video in wenigen Tagen an, das Beispiel machte Schule und seitdem werden unter Stichworten wie #ChangeOneThing und #RAKnomination (RAK = random act of kindness, dt.: wahllose gute Tat) auf Twitter, Facebook und anderen Seiten Clips ähnlicher Aktionen gepostet. Die Wohltäter kommen aus der ganzen Welt. So hatte etwa die ehemalige tz-Wiesn-Madl-Kandidatin Melanie die gleiche Idee und spendete Geld an die Kinderrechtsorganisation "Save the Children".

GZSZ-Promis sind dabei

Auch so mancher Promi macht mit, so etwa die "GZSZ"-Schauspielerin Janina Uhse. Sie findet, der Online-Bier-Sauf-Trend sei "totaler Schrott" und spendete in einem Video lieber 50 Euro an jungundjetzt e.V. Der Verein, dessen Schirmherrin die Soap-Darstellerin ist, bietet Jugendlichen in Not anonyme und kostenlose Online-Beratung an. Natürlich vergaß die 24-Jährige nicht, jemanden zu nominieren: Es traf ihre Kollegen Raul Richter und Maria Wedig. Die ließen sich nicht lumpen und spendeten ebenfalls für gute Zwecke ihrer Wahl.

Georgina Fleur säuft lieber

Doch nicht alle Celebrities sind sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst. So bittet Ex-"Dschungelcamp"-Kandidatin Georgina Fleur auf ihrer Facebook-Seite "zum Wettsaufen". Für die Frau, die sich einst bei Schafhirn übergab, ist das Leeren eines Weißbierglases in einem Zug kein Problem. Im Überschwang nominiert die ehemalige "Bachelor"-Teilnehmerin gleich mal alle Besucher ihres Profils - und erntet herbe Kritik. Minderjährige wolle sie natürlich nicht zum Mitmachen animieren, schiebt das Möchtegern-It-Girl schnell nach, doch die Online-Gemeinde hat ihr Urteil bereits gefällt. Ein User formuliert es so: "War klar, dass du bei so einem Scheiß mitmachst."

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Die Charity-Lawine wächst nicht zuletzt dank der mitwirkenden Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, immer schneller an und reißt viele mit. Dabei gewinnen alle: Wer teilnimmt, wird mit dem schönen Gefühl belohnt, etwas Gutes getan und andere zu etwas Sinnvollem angestiftet zu haben. Die Promis gewinnen Fans und Sympathien - und natürlich sind die Empfänger der vielen kleinen und größeren Wohltaten die eigentlichen Gewinner.

hn

Rubriklistenbild: © dpa

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