Facebook überarbeitet Nutzungsbedingungen

San Francisco - Facebook will seine Nutzungsregeln überarbeiten. Die 845 Millionen Mitglieder sind aufgerufen, über den Entwurf zu diskutieren - wenn sie das Forum auf der Facebook-Site aufgespürt haben.

San Francisco/Berlin (dpa) - Facebook will den umstrittenen Entwurf für seine neuen Nutzungsbedingungen überarbeiten. Das Soziale Online-Netzwerk stellte am Wochenende eine modifizierte Version zur Diskussion, die Mitglieder bis Freitagnacht (27. April) kommentieren können. Um Einfluss zu nehmen, müssen sie allerdings hohe Hürden überwinden. Facebook wies zudem nur einen Bruchteil seiner 845 Millionen Mitglieder aktiv auf die neuen Vorschläge hin: Sie werden lediglich auf der Seite „Facebook Site Governance“ veröffentlicht. Nur gut 2,1 Millionen Nutzer abonnieren die Einträge dieser Gruppe, die unter der Adresse https://www.facebook.com/fbsitegovernance zu finden ist.

Facebook erklärte, dass die Kommentare „bei der Entscheidung helfen, ob wir einen bestimmten Vorschlag übernehmen oder noch einmal überdenken, oder ob eine Abstimmung erforderlich ist.“ Das Online- Netzwerk will bei mehr als 7000 Kommentaren zu einer einzelnen Änderung mehrere Alternativen vorschlagen. Weltweit müssten sich mindestens 30 Prozent der aktiven Nutzer an einer solchen Abstimmung beteiligen, damit Facebook das Ergebnis anerkennt. Nach derzeitigem Stand wären das mehr als 281 Millionen Mitglieder.

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar begrüßte die neue Abstimmung. „Allerdings bleiben die Anpassungen deutlich hinter dem zurück, was wünschenswert und erforderlich wäre“, erklärte er am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Nach wie vor fehle bei der Registrierung die „informierte Einwilligung“ über die Verarbeitung von Nutzerdaten. Das gelte auch für den Einsatz von Cookies und die Funktion zur Gesichtserkennung auf Fotos. Caspar wiederholte zudem seine Kritik, dass Facebook nur über eine spezielle Seite über Änderungen informiert. Obwohl alle Mitglieder davon betroffen seien, nehme sie nur ein „verschwindend kleiner Teil“ wahr.

Auch unter den Nutzern stieß der neue Vorschlag auf Kritik. Die deutsche Ankündigung kommentierten bis Montagnachmittag mehr als 2200 Nutzer, ein Großteil davon ablehnend mit der meist identischen Formulierung: „Ich lehne die Änderungen ab und fordere die Einhaltung der Vorschriften gemäß Bundesdatenschutzgesetz und Datenschutzgesetz der Europäischen Union. Gleiches gilt für die Beachtung der Urheberrechtsgesetze.“

Facebook hatte im März eine neue Version seiner „Erklärung der Rechte und Pflichten“ veröffentlicht. Diese war unter den Nutzern auf Kritik gestoßen: Allein in Deutschland gab es rund 36 000 Kommentare. Datenschützer kritisierten, die neuen Regeln schränkten die Rechte der Nutzer weiter ein. So behalte sich das Unternehmen vor, weitere Änderungen an den Nutzungsbedingungen vorzunehmen, ohne die Zustimmung einzuholen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Falsche Drittanbieter-Forderungen: So wehren Sie sich
Fünf Euro für ein Klingelton-Abo? Und 2,99 Euro für einen Download, an den sich niemand erinnert? Solche Posten tauchen immer wieder in Mobilfunkrechnungen auf und …
Falsche Drittanbieter-Forderungen: So wehren Sie sich
ARM kündigt Chip für künstliche Intelligenz an
Smartphones und andere mobile Geräte werden bald viel besser Aufgaben künstlicher Intelligenz bewältigen können. Dafür sollen neue Chipdesigns von ARM sorgen. Und Apple …
ARM kündigt Chip für künstliche Intelligenz an
Router im Test: Mit welchem Gerät Sie am schnellsten online gehen
Und hopp! So ein schnelles Internet wünscht sich jeder. Klappt aber nicht immer. Lesen Sie, wie die Stiftung Warentest Router bewertet. Den Router zu wechseln, lohnt …
Router im Test: Mit welchem Gerät Sie am schnellsten online gehen
Dateien per Bluetooth empfangen
Kleine Datenmengen lassen sich bequem mit Hilfe des Funkstandards Bluetooth austauschen. Das funktioniert auch zwischen Rechner und Handy.
Dateien per Bluetooth empfangen

Kommentare