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Ankündigungen von Gewalt sollen bei Facebook künftig schneller gesperrt werden.

Intoleranz wird nicht mehr toleriert

Facebook geht schärfer gegen Gewaltdrohungen vor

Berlin - Lange wurde es gefordert, jetzt reagiert Facebook: Androhungen von Gewalt sollen aus dem Online-Netzwerk künftig verschwinden. Zumindest in Deutschland.

Facebook kündigt nach monatelanger Kritik einen härteren Kurs gegen Hasskommentare an. In Zukunft würden "in Deutschland Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt", teilte das weltgrößte Online-Netzwerk mit.

Bisher sollten bei der Abwägung, ob ein Eintrag entfernt wird, mehrere Faktoren berücksichtigt werden - zum Beispiel, wie realistisch es erscheine, dass eine Drohung umgesetzt werde. "Ich bin überzeugt, dass dies zur Folge hat: Es werden deutlich mehr kontroverse Inhalte auf Facebook in Deutschland gesperrt", erklärte Facebook-Sprecherin Tina Kulow.

Auch die Toleranz gegenüber leichtfertig dahingeschriebenen Kommentaren mit fremdenfeindlichen Unterton werde eingeschränkt. "Uns ist bewusst, dass einige Menschen Dinge auf Facebook gepostet haben, die Flüchtlinge bedrohen", schrieb der Facebook-Politikdirektor in Europa, Richard Allen, in einem Blogeintrag. Für das Prüfteam sei es manchmal schwierig, genau zu bewerten, ob es sich um eine direkte Drohung handele oder um eine Meinungsäußerung oder einen Witz. Die Richtlinien seien nun in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) verbessert worden, um solche Hassbotschaften "zu identifizieren und zu entfernen". Dabei würden Facebooks sogenannte Gemeinschaftsstandards nicht geändert, "aber wir verbessern die Art und Weise, wie wir sie in Deutschland umsetzen, nachhaltig".

Facebook wurde massiv vorgeworfen, fremdenfeindliche Inhalte auch nach Hinweisen von Nutzern nicht konsequent genug zu entfernen. Zudem stellte ein Würzburger Anwalt Strafanzeigen gegen Manager des Online-Netzwerks.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) begrüßte das verschärfte Vorgehen gegen Hassbotschaften im Netz. "Es ist gut, dass Facebook dem Druck endlich nachgibt und beginnt, sich zu seiner Verantwortung zu bekennen", erklärte er in Berlin. Dies sei aber nur ein erster Schritt. "Für verbale Erniedrigungen, Aufstachelung zum Hass oder Gewaltaufrufe darf in sozialen Netzwerken genauso wenig Platz sein wie auf der Straße."

dpa/afp

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