Fahrzeugbewertung:

So ermitteln Sie Ihren Preis für Gebrauchtwagen im Internet

Der Autohandel im Internet boomt. Das Geschäft mit Gebrauchten machen aber nicht nur die Profis der Branche. Denn gerade beim privaten Deal locken finanzielle Vorteile, die Autobörsen für Verkäufer und Käufer gleichermaßen interessant machen.

Schließlich möchte sich jeder gerne die Gewinnmarge des Händlers sparen. Doch wie können Sie als Verkäufer einen realistischen Preis festlegen oder als Käufer einschätzen, wieviel ein Auto noch wert ist? Diese Fragen versprechen die Anbieter von Online-Fahrzeugbewertungen zu beantworten. Über Suchtools können Sie dort den aktuellen Marktmarkt eines Modells gratis oder kostenpflichtig ermitteln. Im Zuge eines Vergleichstests stellt nun das Internetportal Vergleich-autokredit.com die Autoschätzer von Schwacke & Co. mit Ihren Angeboten vor und untersucht, welchen Nutzen der Service für den Privatverkauf hat.

Auszug aus dem Fahrzeugbewertung-Vergleichstest von vergleich-autokredit.com

Schwacke-Liste: Für das Profi-Schätztool zahlen Private eine Gebühr

Der professionelle Gebrauchtwagenhändler kalkuliert seine Preise nicht einfach aus dem Bauch heraus. In der Regel schaut er in der sogenannten Schwacke-Liste nach, die der Branche für jedes Modell die Referenzwerte für den Ankaufs- und Verkaufspreis liefert. Das Unternehmen Eurotax Schwacke verfügt über eine eigene Datenbank, auf die auch private Käufer oder Verkäufer von Gebrauchtwagen Zugriff haben. Bei Schwacke können Sie online alle gängigen Automodelle bis zu einem Alter von zwölf Jahren detailgenau nach Sonderausstattungsmerkmalen bewerten. Abschließend lässt sich das Preisgutachten mit Angabe des Händlereinkaufs- und Händlerverkaufspreises ausdrucken. Ganz umsonst gibt es Ihre persönliche Schwacke-Liste allerdings nicht. Für die Nutzung des Taxierungstools werden 7,90 Euro Bearbeitungsgebühr fällig.

Kostenlose Tools: TÜV, DAT und Autobörsen liefern unterschiedliche Ergebnisse

Ein kostenloses Tool zur Pkw-Restwertermittlung bietet die Deutsche Automobil Treuhand (DAT), die alle gängigen Fahrzeuge nach Baujahr, Kilometerleistung und anderen Merkmalen einschätzt. Extras werden bei der DAT allerdings nicht mit eingepreist. Auch der TÜV Süd und der TÜV Nord greifen bei ihren kostenlosen Online-Fahrzeugbewertungen auf die Daten der DAT zurück. Leicht zu bedienen sind die kostenlosen Bewertungstools der großen Autobörsen wie AutoScout24 und mobile. Die Portale arbeiten mit eigenen Datenpools, die sich aus den Angaben der professionellen und privaten Autoverkäufer speisen. Auf dieser Basis können Sie für die meisten Modelle einen statistischen Durchschnittsmarktwert errechnen lassen. Der Online-Gebrauchtwagenhändler wirkaufendeinauto sowie der Dienstleister autofokus24 bieten ebenfalls kostenlose Preisschätzungen im Internet an.

Preisspannen: Warum Fahrzeugbewertungen teilweise weit auseinanderliegen

Was in den Vergleichstests von Gebrauchtwagenbewertungen sofort auffällt: Je nach Anbieter schwanken die ermittelten Preise ganz erheblich. Wenn Sie einen gut sieben Jahre alten VW Golf schätzen lassen, können die angezeigten Werte zwischen rund 3000 Euro und etwa 5500 Euro liegen. Doch gibt es zwei einfache Erklärungen für solche Diskrepanzen. Erstens berücksichtigt nicht jedes Tool Extras in der Ausstattung, die den Preis nach oben treiben. Zweitens ist die Datenbasis je nach Suchsystem unterschiedlich. Bei den Autobörsen etwa fließen die unverhandelten Inseratspreise mitsamt der teureren Händlerangebote mit in die Schätzung des Marktwerts ein.

Praxistests: Schätztools bieten nur Richtwerte zur Preisfindung

Um zu einer realistischen Preiseinschätzung zu gelangen, tun Sie gut daran, mehrere Tools zu nutzen. In den Praxistests haben sich auf ihre Art alle als zuverlässig erwiesen. Die Schwacke-Liste genießt dabei allerdings nach wie vor das größte Ansehen. Alle professionellen Gebrauchtwagenschätzer gehen übrigens davon aus, dass sich Ihr Auto abgesehen von üblichen Gebrauchsspuren im Bestzustand befindet. Ist das nicht der Fall, müssen Sie die Einordnung Ihres Fahrzeugs innerhalb der ermittelten Preisspanne unter Berücksichtigung des optischen und technischen Zustands am Ende ohnehin selbst vornehmen. Ganz gleich also, ob Sie Schwacke oder einen anderen Anbieter testen: Alle Ergebnisse zu Restwert, Durchschnitts- oder Marktpreis sind als Orientierungshilfe zur eigenen Preisfindung zu verstehen. Keine Gebrauchtwagenschätzung bietet die Garantie, dass Sie den ermittelten Preis dann auch am Markt durchsetzen können. Dafür liefern die Fahrzeugbewertungen jedoch gute Argumente für die Preisverhandlungen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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