Feinstaub - die unsichtbare Gefahr

- Allergologen schlagen erneut Alarm: Die Zahl der Erkrankungen durch Feinstaub wächst ständig. Betroffen sind vor allem Allergiker, deren Zahl in den nächsten Jahren nach Ansicht der Experten noch mehr zunehmen wird. "Feinstäube sind zu einer der größten Gesundheitsgefahren in den Städten geworden", erklärte Hans-Joachim Mansfeld, Chefarzt der Deutschen Hochgebirgsklinik in Davos/Schweiz, bei einer Fachtagung.

Die Gesundheitsrisiken, die durch Inhalation von Feinstaub entstehen, wachsen proportional mit der abnehmenden Größe eines Staubkorns: Je kleiner, desto schädlicher. Die Partikel entweichen Abgasen, sie kommen aus Schornsteinen, Häusern, Fabriken.

Neue Forschungen zeigen auch eine schädliche Interaktion zwischen Dieselruß-Partikeln und Pollen. Möglicherweise ist das eine Ursache für die Zunahmen von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis. Laut Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) leidet inzwischen jeder dritte Bundesbürger an einer Allergie, jeder vierte an Heuschnupfen.

Die Ausbreitung der Allergien steht in direktem Zusammenhang mit den zunehmenden Umweltbelastungen, speziell durch Feinstaub: "Diese Tatsache können wir nicht mehr länger ignorieren", betonte Prof. Heidrun Behrendt, Leiterin des Zentrums Allergie und Umwelt der Technischen Universität München (ZAUM).

Täglich atmet der Mensch rund zehn Kubikmeter Luft ein. Viele der dabei inhalierten Staubanteile werden mit dem Schleim wieder aus den Atemwegen hinausbefördert. Ultrafeine Partikel können sich aber in den Lungenbläschen einlagern und sie gelangen in den Blutkreislauf. Ihr entzündliches Potential bleibt über Wochen im Körper und kann unter anderem auch Allergien auslösen. "Man sollte nicht nur über die Folgen für Herz-Kreislauf diskutieren, wenn man über Feinstäube redet", warnte die Umweltmedizinerin. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt, dass Feinstäube auch die Lebenserwartung reduzieren. In Deutschland werde bald Handlungsbedarf bestehen, meint Behrendt: "Landesweit liegen die Jahresdurchschnittswerte sehr nahe bei den von der EU erlassenen Höchstwerten."

Untersuchungen einer Arbeitsgruppe am ZAUM zeigen, wie Dieselrußpartikel auch Blütenpollen verändern. Die Samenkörner setzen im Körper neben Allergenen hochaktive Botenstoffe frei, die PALMs (Pollen-Associated Lipid Mediators). Die locken Entzündungszellen an, dadurch binden sich die Zellen an die Pollen und werden aktiviert. Über die PALMs können Pollen selbst bei Nichtallergikern Entzündungsprozesse in Gang setzen. Die Gefahr: Pollen setzen umso mehr PALMs frei, je stärker Autoabgase die Luft belasten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wieder Störung im Vodafone-Netz - 1.900 Beschwerden seit Samstagmorgen
Münchner Kunden klagen über Störungen beim Provider Vodafone. Internet- und Fernsehdienste sind betroffen.
Wieder Störung im Vodafone-Netz - 1.900 Beschwerden seit Samstagmorgen
Nächstes Android soll Kamera- und Mikrofonzugang beschränken
Gute Nachrichten für Android-Nutzer: In der kommenden Version des Betriebssystems wird darauf Wert gelegt, dass Apps nicht dauerhaft auf Mikrofon und Kamera zugreifen …
Nächstes Android soll Kamera- und Mikrofonzugang beschränken
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben
Gegensätzlicher könnten die Vorlieben der iOS-Gamer kaum sein: Während die einen derzeit einer interaktiven Bilderbuchromanze verfallen sind, bringen die anderen …
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag
In Pyeongchang ‎regnet es derzeit Medaillen. Auch die App Charts stehen diese Woche ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele und deren Übertragung. Denn besonders …
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag

Kommentare