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Scharf, schärfer, am schärfsten: Die Aussteller der Ifa haben dieses Jahr versucht, sich mit hochauflösenden Bildschirmen gegenseitig zu übertrumpfen – mit unterschiedlichen Techniken.

Neues von der IFA

Die neue Schärfe der Fernsehgeräte

Wer einen neuen Fernseher kaufen möchte, muss sich zwischen LCD, OLED und Plasma-Bildschirm entscheiden. Die Fernseh-Hersteller setzen auf verschiedene Techniken für bestmögliche Bildqualität. Auf der Elektronik-Messe Ifa wurden die neusten Trends gezeigt.

Es gibt verschiedene Techniken, die dafür sorgen, dass das Fernsehbild gestochen scharf ist. Nachdem Plasma-Bildschirme vor ein paar Jahren weitgehend vom Markt verschwunden sind, beherrschen mittlerweile Flüssigkristall-Bildschirme, sogenannte LCDs, nahezu unangefochten den Markt. Nur der koreanische Hersteller LG setzt mit OLED – die Abkürzung steht für „organische Leuchtdioden“ – bei seinen Spitzenmodellen auf eine alternative Technik.

Unterschied zwischen LCD und OLED

Der Unterschied zwischen beiden Bildschirmtechniken ist – vereinfacht gesagt – wie der zwischen Taschenlampe und Dia. Bei einem OLED-Bildschirm ist jeder Bildpunkt eine selbstleuchtende Lichtquelle, die ungefähr rund 100 mal schneller schalten kann als die trägen Flüssigkristalle von LCD-Geräten. Neben brillanten Farben zeigen OLED-Fernseher daher auch kaum Bewegungsunschärfe und begeistern durch ihre satten Schwarzwerte, die für extrem hohe Kontraste sorgen.

OLED-Geräte haben ein kürzeres Leben

Allerdings ist die Spitzenhelligkeit von OLED-Fernsehern deutlich niedriger als bei herkömmlichen Bildschirmen und auch die Lebensdauer war bis dato kürzer. Auf kleinen Smartphone-Displays hat sich OLED als Bildschirmtechnik trotzdem längst etabliert. Bei großformatigen Fernsehern war es dagegen nur der koreanische Hersteller LG, der die letzten Jahre diese Technik propagierte. Er ist momentan auch noch der einzige Fabrikant hochwertiger OLED-Panels. Doch jetzt lassen sich auch andere namhafte Hersteller wie etwa Philips, Loewe, Panasonic, Sony und sogar Metz von den Vorzügen überzeugen und setzen OLED bei ihren Premium-Geräten ein.

LCD-Bildschirme bestehen dagegen aus einer vollflächigen Lichtquelle und einem drüber gelegten Raster aus Flüssigkristallzellen, die wie Lichtventile wirken. Es ist eine über die Jahre ausgereifte, zuverlässige Bildschirmtechnik, die aber immer noch mit einer gewissen Bewegungsunschärfe zu kämpfen hat.

Bedingt durch den zweilagigen Aufbau, werden Kontrast und Farben blasser, wenn man den Bildschirm nicht von vorn, sondern seitlich betrachtet. Experten sprechen von der „Blickwinkelabhängigkeit“.

LCDs lassen sich aber noch verbessern: Schon die mittelalterlichen Kirchenmaler wussten, wenn sie den Farben für ihre Kirchenfenster Schwermetalle wie Gold, Silber oder Blei beimischten, bekamen ihre Werke einen besonders strahlenden Glanz. Nun hat Samsung diese Technik zur Bildverbesserung seiner LCD-Bildschirme wieder entdeckt. Vereinfacht gesagt fügt der koreanische Hersteller zwischen der Hintergrundbeleuchtung und dem Flüssigkristallraster noch eine Folie ein, die mit winzigsten Nanopartikeln, von lediglich zehn Nanometern Durchmesser beschichtet ist (zum Vergleich: Ein Haar entspricht 100 000 Nanometern). Diese Partikel sorgen auf quantenmechanischem Weg dafür, dass besonders die roten und grünen Lichtanteile verstärkt werden. Darum nennt Samsung diese Technik auch „Quantum-Dot“.

Brillanz ohne Schwermetalle

Im Gegensatz zu mittelalterlichen Kirchenfenstern gelingt Samsung-Bildschirmen diese Brillanz sogar ohne den Einsatz von umweltschädlichen Schwermetallen. Zusätzlich verspricht sich Samsung von dieser Technik auch eine bessere Langzeitstabilität bei Helligkeit und Farbdarstellung. Auch die Herstellung größerer Bildschirme, jenseits von 65 Zoll (165 Zentimeter) soll damit günstiger als OLED sein.

Doch was soll es am Ende sein – LCD- oder OLED-Bildschirm? Für Christoph de Leuw von der Zeitschrift „Computerbild“ hängt die Kaufentscheidung sowohl vom Anwendungszweck als auch vom Budget ab. Die OLED-Apparate seien 20 bis 30 Prozent teurer und spielten in dämmeriger Umgebung ihre Stärken aus, während die LCD-Technik bei Tageslicht Vorteile habe. Die Stiftung Warentest attestiert OLED-Geräten zudem einen enorm großen Blickwinkel.

Von Paul Waldherr / mit dpa

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