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Fettabsaugen ist nicht harmlos

- Ob Brustvergrößerung, Fettabsaugung oder Faltenentfernung mit dem Laser - kaum ein Tag vergeht, an dem in Vorabend-Magazinen im Fernsehen nicht über Menschen berichtet wird, die mittels Schönheitsoperation einem Makel an ihrem Körper zu Leibe rücken möchten. Auf solche Operationen spezialisierte Plastische Chirurgen kritisieren jedoch, dass die Eingriffe häufig verharmlost würden.

<P>Zudem nutzten unzureichend qualifizierte Ärzte die Medien als unseriöse Werbeplattform. "Viele Patienten, die zu mir kommen, sind durch Medienberichte falsch oder unzureichend über plastisch-chirurgische Eingriffe informiert", bemängelte Professor Edgar Biemer, Chef der Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Münchner Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München bei einem Patientenabend. </P><P>"Oftmals werden die Eingriffe auch bagatellisiert", stellte der Münchner Plastische Chirurg Axel-Mario Feller fest. "Eine Brustvergrößerung ist nun mal kein Friseurbesuch sondern eine richtige Operation." In vielen Unikliniken kennt man das Problem: Hier müssen dann verpfuschte Brüste korrigiert werden.<BR><BR>Weit verbreitet sei unter Laien auch der Irrglaube, dass durch Fettabsaugen das Körpergewicht reduziert werden könne. "Ich muss den Frauen und Männern, die das wünschen, immer klarmachen, dass man damit nur einzelne Fettpolster entfernen kann", so Oberarzt Daniel F. Müller vom Klinikum rechts der Isar.<BR><BR> Auch die Laserbehandlung von Falten, so Müller weiter, sei keine Wunderwaffe ohne Nebenwirkungen, wie oft fälschlich gepriesen. "Nach dem Eingriff kann es auch hier zu Komplikationen wie Narben oder lang anhaltenden Hautrötungen kommen."<BR>Für Verunsicherung unter den Patienten sorge zusätzlich die Vielzahl von Titeln, mit denen sich manche Ärzte als Experten für Schönheitsoperationen ausweisen. Geschützt ist einzig der Facharzt für Plastische Chirurgie. Um diesen Titel führen zu dürfen, muss ein Mediziner eine sechsjährige Facharzt-Ausbildung mit festgelegtem Operations-Katalog abschließen.<BR><BR>"In Deutschland kann sich ein Arzt aber ohne weiteres Schönheitschirurg oder Spezialist für Kosmetische Chirurgie nennen", so Feller. Horst Frenzel, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Landesärztekammer, bestätigt: "Auch ein HNO-Arzt kann sich mit nicht geschützten Zusatzbezeichnungen zum Beispiel ästhetischer Chirurg nennen." Über seine Qualifikation sage dies aber gar nichts aus, betont Frenzel. "Man sollte grundsätzlich skeptisch gegenüber solchen Ärzten sein, die per Zeitungsanzeige oder Fernsehauftritt für sich werben", empfahl Biemer.<BR><BR> Jeder, der sich einer Schönheits-Operation unterziehen wolle, solle sich vorab ausführlich über den Eingriff unterrichten lassen und dem Chirurgen auch kritische Fragen nach seiner Qualifikation und Erfahrung stellen, rät Feller. Auf der anderen Seite werde ein verantwortungsvoller Operateur auch keinesfalls kritiklos jeden Patientenwunsch erfüllen. </P><P><BR> </P>

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