Wo es feucht ist, lauert der Pilz

- Es beginnt mit einem kleinen weißen Fleck. Der Nagel wird dick und spröde, er wellt sich und verfärbt sich gelb. Im Schwimmbad kassiert man trotz Badeschlappen kritische Blicke - zu Recht, wie Dermatologe Dr. Dieter Reindl findet. Denn Nagelpilz ist ansteckend. Die Keime lauern in der Sauna und im Fitnessstudio, im geliehenen Skischuh und im Teppich des Hotelzimmers. Infizieren kann sich jeder. Ein Mangel an Hygiene spielt keine Rolle.

"Dennoch schämen sich Menschen deswegen", vermutet der Hamburger Dermatologe Reinel. Denn Fußpilz wird nur selten behandelt. Obwohl nach Schätzungen von Experten jeder achte Deutsche darunter leidet. Fußpilz, der mit der Zeit oft zum Nagelpilz wird, soll sogar an den Füßen jedes dritten Deutschen gedeihen. "Viele bagatellisieren die Krankheit oder kennen ihre Symptome nicht", sagt Reinel. Tatsächlich ist Nagelpilz keine lebensbedrohliche Erkrankung. Doch kann er sich auf andere, vorwiegend feuchte Bereiche des Körpers ausdehnen. Auch in der Leistengegend und selbst im Gesicht kann er sich festsetzen.

Nicht selten erzeugt die fortgeschrittene Erkrankung schmerzhafte Wunden an den Füßen, die unbehandelt auch zur Wundrose führen können. Und noch etwas spricht für die Behandlung: Spontanheilungen gibt es nicht. "Man stirbt nicht an Nagelpilz", sagt Dr. Isaak Effendy, Dermatologe am Städtischen Krankenhaus Bielefeld. "Aber man stirbt mit ihm."

Gefährdet, an Fuß- und Nagelpilz zu erkranken, sind vor allem ältere Menschen, Diabetiker und Menschen mit Durchblutungsstörungen in den Füßen. Auch Sportler, zum Beispiel Fußballer und Läufer, haben ein erhöhtes Risiko. Denn kleine Verletzungen der Füße machen es dem Pilz leicht, sich einzunisten.

Um zu prüfen, ob wirklich ein Pilz im Fuß oder Zehennagel wächst, sollte man einen Spezialisten aufsuchen. Ein Dermatologe kann mit einer Pilz-Anzucht überprüfen, ob es sich wirklich um einen der bekannten Erreger handelt. Meist sind es Fadenpilze der Gattung Trichophytum, seltener Hefe- oder Schimmelpilze, die sich unbemerkt eingenistet haben.

Um die Pilze zu heilen, hat die Medizin heute wirksame Mittel. Spezielle Nagellacke heilen leichtere Infektionen. Bei schwereren Erkrankungen helfen Medikamente zum Einnehmen. Am besten wirkt eine Kombination aus beidem. Doch muss der Erkrankte etwas Geduld haben. Bis der Pilz verschwunden ist, kann es bis zu einem halben Jahr dauern. Doch danken einem die Behandlung auch die Mitmenschen. Denn der Infizierte trägt die Sporen der Pilze überall hin.

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