+
Um Forderungen gegen Tauschbörsen-Nutzer stellen zu können, muss eine klagende Produktions- oder Vertriebsfirma laut Lizenzvertrag die Internetrechte an dem betreffenden Film haben. Foto: Michael Wenda

Film-Downloads: Kein Schadensersatz ohne Internetrechte

Dutzende Online-Anbieter ermöglichen den Download von geschützten Werken. Urheber erleiden dadurch oft erheblichen Schaden. Aber wie ist die Rechtslage um die Film-Downloads? Was ist erlaubt und was ist verboten?

Hamburg (dpa/tmn) - Filmproduktionen oder Filmvertriebe erhalten keinen Schadensersatz für Tauschbörsen-Downloads von Filmen, an denen sie nur die Video- und DVD-Rechte haben. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Hamburg hervor (Az.: 36a 202/13).

Um Forderungen gegen Tauschbörsen-Nutzer stellen zu können, müsse eine klagende Produktions- oder Vertriebsfirma laut Lizenzvertrag die Internetrechte an dem betreffenden Film übertragen bekommen haben. Sonst könne das Unternehmen nicht in seinen eigenen Rechten verletzt sein.

Dass das Filesharing dem Unternehmen wirtschaftlich geschadet hat, liegt den Richtern zufolge zwar nahe, spiele in diesem Zusammenhang aber keine Rolle. Auf die Entscheidung weist die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin.

In dem Fall hatte ein Filmproduktions- und Filmvertriebsunternehmen einen IT-Dienstleister mit der Überwachung diverser Peer-to-Peer-Tauschbörsen beauftragt, über die auch Filmdateien zum Download angeboten werden. Ziel der Firma war es, der widerrechtlichen Verbreitung geschützter Werke auf die Spur zu kommen.

Als der Dienstleister glaubte, einen Verstoß entdeckt zu haben, mahnte die Filmproduktion einen Mann wegen eines Urheberrechtsverstoßes ab. Es forderte zudem die Abgabe einer Unterlassungserklärung und bot die Erledigung durch die pauschale Zahlung eines Vergleichsbetrags in Höhe von 900 Euro an. Darauf reagierte der Mann jedoch nicht.

Daraufhin zog ein von der Filmfirma beauftragtes Inkassounternehmen vor Gericht und forderte unter anderem Schadensersatz in Höhe von mindestens 400 Euro für die vermeintliche Urheberrechtsverletzung - ohne Erfolg.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Top-Apps: mobile Scanner, perfekte Selfies
Wer kennt es nicht: Man hat es eilig, und der Scanner will mal wieder nicht mitmachen? iOS-Nutzer haben Glück: mit der "iScanner"-App lassen sich Dokumente einfach …
Top-Apps: mobile Scanner, perfekte Selfies
Game-Charts: Pyramidenbau, Flickflacks und Alienkampf
Hier wird Geschichte geschrieben: Als Anführer eines Stammes in "Through the Ages" durch mehrere Zeitalter nach und nach Dörfer und Städte ausbauen, Technik verbessern …
Game-Charts: Pyramidenbau, Flickflacks und Alienkampf
Android-Handy an Windows-10-Computer: Datenverlust droht
Android-Nutzer sollten aufmerksam im Umgang mit Windows-10-Computern sein. Unter gewissen Bedingungen könnten wichtige Daten auf dem Smartphone verloren gehen. Es gibt …
Android-Handy an Windows-10-Computer: Datenverlust droht
Alle Info zur Wahl mit Push-Nachrichten der Merkur.de-App
München - Sie wollen auch zur Bundestagswahl lokal und national topaktuell informiert sein? Kein Problem mit der kostenfreien App von Merkur.de. Aktivieren Sie …
Alle Info zur Wahl mit Push-Nachrichten der Merkur.de-App

Kommentare