Filmklau wird Breitensport

- DVD macht Diebe. So sieht es zumindest die internationale Filmindustrie. Der Stein des Anstoßes sind häufig jugendliche Filmfans, die sich mit Hilfe von PC und DVD-Brenner die neuesten Kinohits aus dem Internet laden. Noch vor kurzem war der Filmklau im Netz eher eine Randerscheinung, doch heute spricht die Filmindustrie von einer ernsten wirtschaftlichen Bedrohung, die jährlich alleine in Deutschland Schäden in Höhe von etwa 300 Millionen Euro verursacht.

Nach einer aktuellen Studie wurden hierzulande im vergangenen Jahr rund 59 Millionen CD-Rohlinge mit Filmen bespielt. Dabei lud sich die meist zwischen 15 und 29 Jahre alte Klientel rund 15,5 Millionen Kinohits - in der Regel illegal - aus dem Datennetz herunter.

Zum Breitensport ist der Filmklau durch technische Neuerungen geworden: Schnelle Datenleitungen und leistungsstarke Rechner sorgen dafür, dass ganze Kinofilme binnen kurzer Zeit aus dem Internet geladen werden können und dank Flatrates sind die Kosten für die Downloadzeiten relativ gering. Verfügt der Filmpirat über einen DVD-Brenner, so kann er den Film auf Silberscheibe brennen und beliebig weiter vervielfältigen.

Nach Angaben der deutschen Constantin Film sind nahezu alle aktuellen Kinofilme im Internet verfügbar. Teilweise kursieren sogar synchronisierte deutsche Fassungen internationaler Kinofilme vor dem eigentlichen Kinostart im Netz. Auch eine verstärkte Überwachung von Mitarbeitern in der Filmproduktion und in Kopieranstalten konnte daran nichts ändern.

Schaden entsteht der Filmwirtschaft nicht nur durch Filmpiraterie im Internet: Mit Software, die im Internet und in jedem Computershop zu haben ist, kann man den Kopierschutz von DVD's knacken und Raubkopien anfertigen. Das will sich die SPIO, die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, nicht länger bieten lassen. Sie fordert vom Gesetzgeber strenge Maßnahmen. So soll u. a. Software, mit der man den Kopierschutz knacken oder umgehen kann, nicht mehr frei verkauft werden. Schnelles Handeln tut Not: Tests in den USA zeigen, dass binnen einer Woche vier Millionen illegale Downloads eines aktuellen Kinofilms vorgenommen wurden.

www.constantin-film.de

www.spio.de

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