Warentest warnt

Finger weg von Billig-Fernsehern!

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Stiftung Warentest warnt: Finger weg von Billig-Fernsehern! Die günstigen Angebote  in großen Supermärkten oder in Baumärkten sind verlockend, aber nicht zu empfehlen.

Die Angebote klingen verlockend. Ein Fernseher des japanischen Herstellers Sharp für 300 Euro oder ein Blaupunkt für 240 Euro. Solche TV-Geräte zum Billigpreis stehen als Lockangebote unter anderem in großen Supermärkten oder in Baumärkten. Im Gegensatz zu den regulären Modellen von Samsung, LG oder Sony ist diese Aktionsware nur für kurze Zeit und in geringen Stückzahlen verfügbar. Die Stiftung Warentesthat nun 17 solcher Billig-Fernseher unter die Lupe genommen und warnt vor der Schnäppchenfalle: „Lieber Finger weg statt schnell zugreifen!“

Das Ergebnis: Von den 17 Geräten schaffte im Test kein einziges ein „gut“. Nur zwei schnitten „befriedigend“ ab. Die meisten enttäuschten mit der Note „ausreichend“. Und ein 260-Euro-Fernseher des No-Name-Herstellers Reflexion wurde sogar mit einem „mangelhaft“ abgestraft. Kein Wunder: Die Aktionsware besteht meist aus veralteten Komponenten. Oder die Restbestände ausgelaufener Modelle werden unter geändertem Namen nochmals auf den Markt geworfen.

Die Mängel: Mit modernen Fernsehern haben die Billig-TVs wenig zu tun. Wegen veralteter oder zu schwacher Prozessoren haben sie vor allem mit schnellen Bildern Probleme. Bei Sport oder Actionfilmen ist deutliches Ruckeln zu sehen. Dem Ton fehlen meist die Bässe, der Reflexion-Fernseher kassiert beim Klang gar eine 5,5. Brauchbare Internetfunktionen für die Nutzung von Mediatheken oder auch Empfänger fürs digitale Antennenfernsehen DVB-T2 HD sindkaum zufinden. Und diebesonderskontrastreichen HDR-Bilder, mit denen sich 4K-Fernseher erst wirklich lohnen, zeigt kein Einziger der Schnäppchen-TVs an.

Die Mogel-Marken: An kaum bekannten Firmenbezeichnungen wie Kendo, OK oder Reflexion sind die Billigfernseher leicht zu erkennen. Doch sie schmücken sich auch mit Traditionsmarken wie Telefunken oder Blaupunkt, die in Deutschland immer noch einen guten Namen haben. Doch hier dürfen sich Käufer nicht täuschen lassen. Denn diese Namen wurden längst von Billigherstellern aufgekauft, die damit ihre technisch zweifelhaften Geräte aufwerten wollen. Und so kommen Telefunken-Fernseher heute von der türkischen Firma Vestel. Und hinter Blaupunkt versteckt sich UMC aus der Slowakei. Und deren Modell Blaupunkt B236M234T2CS für 240 Euro schneidet mit Note 4,5 besonders schwach ab.

Die bessere Wahl: Käufer erkennen minderwertige Schnäppchen-TVs auch daran, dass es über sie kaum Tests im Internet gibt. Zudem sind sie über Preis-Websites wie idealo.de nur bei sehr wenigen Händlern zu finden. So groß,um die schlechtere Qualität wenigstens einigermaßen zu rechtfertigen, sind die Preisunterschiede darüber hinaus gar nicht. Die Mehrkosten für einen deutlich besseren Fernseher mit vergleichbarer Größe beziffert Warentest mit 40 bis maximal 180 Euro. In der TV-Datenbank der Stiftung belegen Geräte von LG und Samsung derzeit die ersten 19 Plätze. Bei diesen Herstellern droht keine Schnäppchenfalle. Preis-Leistungs-Tipp in der beliebten 55-Zoll-Klasse ist derzeit der Samsung UE55MU6179 für 640 Euro mit Note 2,0. Bester im Test ist der LG 55SJ8109 für 1050 Euro, der sogar note 1,7 schafft.

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jh

Rubriklistenbild: © dpa

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