Flimmerkiste vor dem Aus

- Spätestens im Jahr 2010 schlägt dem analogen Fernsehen in Deutschland das letzte Stündchen, denn bis dahin soll die bundesweite Digitalisierung der Rundfunk- und Fernsehnetze abgeschlossen sein. In Bayern ist man da bereits einen Schritt weiter: Am 5. Februar diesen Jahres gab der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, www.blm.de, seine Zustimmung zur Einführung des Digitalen Fernsehens in Bayern.

<P>Bereits im 2. Quartal 2005 soll das Digitale Fernsehen zunächst im Großraum München eingeführt werden, kurz darauf auch in Nürnberg. In einem ersten Schritt wird dabei die terrestrische Verbreitung der Fernsehprogramme über Antenne auf den neuen digitalen Standard DVB (Digital Video Broadcasting)-T umgestellt. <BR><BR>Für das Digitale Fernsehen sprechen in erster Linie die bessere Bildqualität und die nochmals erweiterte Programmvielfalt. Die Übertragungskapazitäten von Kabelnetzen und Satellit können durch die Datenstruktur besser genutzt werden, und deshalb versprechen sich die Fernsehanstalten durch das Digital-TV auch erhebliche Kosteneinsparungen. Nicht zuletzt stellt das Digitale Fernsehen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft dar, in der künftig Multimedia-Anwendungen und Internet auch auf dem Fernseher zu Hause möglich sein sollen. <BR><BR>Digitale Empfänger werden mobil</P><P>Doch zurück nach Bayern. Auf die Fernsehzuschauer, die ihr Programm noch über Antenne empfangen, kommen mit der Umstellung auf DVB-T einige Neuerungen zu. Künftig können sie, ohne zusätzliche Kosten, mehr Programme als bisher empfangen: Geplant sind 20 bis 30 Programme, die durch multimediale Inhalte ergänzt werden sollen. Hinzu kommt, dass die Fernseher durch den digitalen Antennenempfang mobil werden: Mit portablen Geräten kann man dann in jedem Raum ohne Qualitätsverluste Sendungen empfangen. Auch Fernsehen im Auto soll durch die digitale Technik möglich werden. <BR><BR>Leider hat die schöne neue Fernsehwelt auch ihre Nachteile, denn alte Geräte können digitale Signale weder empfangen noch verarbeiten. Wer nicht möchte, dass er im nächsten Jahr auf einen schwarzen Bildschirm schaut, der kommt um die Anschaffung einer ab 100 Euro teuren Set-Top-Box, mit deren Hilfe die digitalen in analoge Signale umgewandelt werden, nicht herum. An die Box lässt sich auch ein Videorekorder anschließen. Doch eine Sendung aufzeichnen und zugleich eine andere anschauen, funktioniert nicht. Wer beides möchte, muss sich ebenso eine zweite Box zulegen wie der, der mehr als einen Fernseher im Haushalt hat. <BR><BR>500 Programme warten auf Zuschauer</P><P>Alternative zur Set-Top-Box sind Fernsehgeräte, die bereits über einen integrierten Receiver verfügen. Doch die Fernseher der nächsten Generation sind teuer: So kostet beispielsweise der Nemos 32 DVB-T von Loewe derzeit rund 1999 Euro. <BR><BR>Wer sich über die Umstellung von analogem auf digitalen Empfang über Antenne informieren möchte, klickt zu www.ueberall-tv.de. Technische Fragen werden dort beantwortet, und es gibt einen Überblick über Preise und Leistungen von Set-Top-Boxen, Fernsehgeräten sowie sonstigem Zubehör für digitalen Empfang. </P><P>Für die Nutzer des Kabelfernsehens in Bayern lässt die digitale Zukunft noch ein paar Jahre auf sich warten. Durch den digitalen Standard DVB-C wird eine unglaubliche Programmvielfalt kommen: Der Empfang von bis zu 500 Programmen ist möglich. Das TV-Kabel überträgt dann auch Multimedia- und Internetanwendungen. Wermutstropfen: Digitales Fernsehen wird für Kabelnutzer teuer. So plant allein die Kabel Deutschland, die derzeit frei empfangbaren Privatsender wie RTL, Sat 1 oder ProSieben als Programmpaket im digitalen Kabel für sechs bis acht Euro im Monat anzubieten. <BR><BR>Wer mehr über Technik, Standards und die Entwicklungen des Digitalen Fernsehens wissen möchte, dem bietet www.digitv.de einen guten Überblick. </P><P>Adressen: <BR>www.blm.de<BR>www.ueberall-tv.de<BR>www.digitv.de<BR></P>

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