So schützen Sie sich vor Social Bots

Flirte ich mit einer Maschine?

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Unterhalte ich mich im Internet mit einem echten Menschen aus Fleisch und Blut? Oder flirte ich womöglich mit einer Maschine? So ganz genau lässt sich das nicht mehr sagen.

Denn sogenannte Social Bots haben das Netz erobert. Solche Software, die sich als Mensch ausgibt, und die täuschend echte Nachrichten schreibt, wurde gerade im US-Wahlkampf massiv eingesetzt. Doch die Bots beschränken sich längst nicht mehr nur auf Politik.

Wer steckt hinter den Social Bots? 

Die sozialen „Bots“ (Abkürzung von „Roboter“) funktionieren ähnlich wie beispielsweise Apples Spracherkennung Siri, mit der man sich ja auch leidlich gut unterhalten kann. Die Software lässt sich im Internet herunterladen oder maßgeschneidert kaufen. 10 000 Twitter-Bots gibt es schon für 500 Dollar (450 Euro). Ganze Bot-Armeen überschwemmen das Netz mit automatisierten Beiträgen, die die öffentliche Meinung manipulieren sollen – im Auftrag von Parteien, von Regierungen, von Firmen. Der IS soll Bots einsetzen. Und die Entscheidung für den Brexit wurde angeblich ebenso wie die Wahl von Donald Trump von Bots spürbar beeinflusst. Innenminister Thomas de Maizière spricht von „Desinformations-Kampagnen“. Vorteil für die Hintermänner: Statt mühsam selbst zu schreiben, lassen sich Tausende von Nachrichten mit einem einzigen Klick abschicken.

Wo treffe ich auf Bots? 

Über 100 Millionen solcher Roboter sollen bereits im Netz unterwegs sein – auch in Flirtportalen, auf Amazon und zunehmend auch bei WhatsApp. Beim Online-Flirt meldet sich ein Bot mit sexy Profilfoto plötzlich bei Ihnen, macht Ihnen Komplimente und verwickelt Sie in ein Gespräch. So versuchen die Absender der Bots, Sie beispielsweise dazu zu bringen, eine kostenpflichtige Telefonnummer anzurufen oder eine virenverseuchte Website anzuklicken. Bei Amazon schreiben Bots positive Bewertungen oder verunglimpfen die Produkte der Konkurrenz.

Wie erkenne ich Bots? 

Als Profilfoto verwenden die Programmierer gerne Bilder von jungen, attraktiven Menschen. Laden Sie das Foto herunter und geben Sie es in die Google-Bildersuche ein. Wenn es x-mal auftaucht, haben Sie es wahrscheinlich mit einem Bot zu tun. Sie können auch nach Formulierungen googeln, die der Bot verwendet. Meist finden Sie die Standardfloskeln auf zahllosen Internetseiten wieder. Stellen Sie ungewöhnliche Fragen. Der Münchner Politikprofessor Simon Hegelich rät: „Wenn man versucht, sich mit einem Bot zu unterhalten, stellt man ziemlich schnell fest, dass es kein Mensch ist.“ Und lehnen Sie ab, wenn Sie auf Facebook Freundschaftsanfragen von Menschen erhalten, die Sie nicht kennen. Wenn Sie trotzdem neugierig sind, fragen Sie nach dem Grund der Anfrage. Bei Bots erhalten Sie dann meist keine sinnvolle Antwort. Sie erkennen Roboter oft daran, dass sie Ihnen dubiose Links zu fragwürdigen Websites schicken – und daran, dass sie meist viel zu viele Nachrichten absetzen. Kein normaler Mensch hat Zeit für 100 oder mehr Beiträge am Tag. Und regeln Sie Ihre Privatsphäreeinstellungen so, dass Unbekannte möglichst wenig davon lesen können. Das hält auch Bots fern.

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