Forscher pumpen CO2 unter die Erde

- Ketzin/Berlin - In einem europaweit einmaligen Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid erproben.

Vom 1. Dezember an sollen dazu in Ketzin bei Potsdam drei Bohrungen bis zu 800 Meter tief in die Erde getrieben werden, wie GFZ-Vorstandschef Rolf Emmermann am Montagabend in Berlin sagte. Über diese Bohrlöcher könnten dann binnen zwei Jahren rund 60 000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases versenkt werden.

"Wir wollen demonstrieren, dass dies eine sicher Möglichkeit ist, mit dem CO2 umzugehen", erklärte Emmermann. Die Idee ist, dass hochmoderne Kohlekraftwerke bei der Verbrennung anfallendes CO2 künftig von anderen Abgasen trennen. Das abgesonderte Kohlendioxid werde unter hohem Druck verflüssigt und könne so abtransportiert, in die Erde gepresst und dort dauerhaft gespeichert werden. In der Tiefe eingeschlossen werde das CO2 dabei - wie von einer Art Deckel - von undurchlässigen Gips- und Tonschichten. Zunächst solle nun genau untersucht werden, wie sich das CO2 ausbreite und wie es mit dem Gestein und den Flüssigkeiten darin reagiere, sagte Emmermann.

"Es ist wichtig, eine soziale Akzeptanz für diese Technologie herzustellen", sagte der Vorstandschef von Shell Deutschland, Kurt Döhmel. Und auch der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms UNEP, Klaus Töpfer, sagte: "Wir können keine Alternative ausschließen." Er betonte aber, es sei immer noch deutlich besser, eine Tonne CO2 zu vermeiden als eine Tonne CO2 einzulagern. Felix Matthes vom Öko- Institut Berlin warnte vor zu hohen Erwartungen an die unterirdische Kohlendioxid-Einlagerung. Die Abspaltung des CO2 in Kraftwerken sei derzeit noch sehr teuer, zudem würden bestehende Kraftwerke kaum mit der entsprechenden Technologie nachgerüstet. "Die Nachrüstung ist die teuerste aller Varianten", sagte Matthes.

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