Forscherin will Bienen durch Oxalsäure vor Milben schützen

- Berlin - Im Kampf gegen die Bienenvölker bedrohende Varroa-Milbe setzt eine Berliner Forscherin auf Oxalsäure. "Oxalsäure ist die Substanz, die uns zukünftig helfen wird, die Bienenvölker mit ihrem hohen Nutzen für die Allgemeinheit zu erhalten", sagt die Biologin Eva Rademacher, Bienenforscherin an der Freien Universität Berlin.

Für ihre Untersuchungen über die Varroose, die seit 2002 aus Südostasien eingeschleppt wurde, erhielt Rademacher in diesem Jahr den Apisticus-Preis der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

In einem EU-weiten Forschungsverbund arbeitet die Biologin nun daran, dass Oxalsäure als Tierarzneimittel in der Europäischen Union zugelassen wird. "In Deutschland ist das offizielle Zulassungsverfahren kurz vor dem Abschluss. Seit Dezember 2005 dulden aber die meisten Bundesländer die Anwendung dieser Säure", erläutert Rademacher. Oxalsäure kommt in vielen Lebensmitteln vor, vor allem in Gemüse wie Spinat, Rhabarber und Roter Beete. Da sie jedoch in höheren Dosierungen gesundheitsschädlich ist, mussten die Rückstandmengen im Honig zunächst genau analysiert und dann sichergestellt werden, dass sie unterhalb eines Höchstwerts blieben.

Die wirksamste Methode, um den Varroa-Milben den Garaus zu machen, war es, den Bienen in der brutlosen Zeit im Spätherbst eine zuckerhaltige Lösung mit Oxalsäure direkt auf den Körper zur träufeln, so die Berliner Forscher. 95 Prozent der Milben, die die Bienen durch Blutaussagen schwächen, konnten auf diese Weise abgetötet werden. Wie genau Oxalsäure auf die Milben wirkt, wird derzeit noch erforscht.

Ein anderer Ansatz im Kampf gegen die Varroa-Milbe ist der Einsatz von resistenten Wildbienen. So läuft in Rostock derzeit ein Pilotprojekt mit der Roten Mauerbiene. Ein Ausfall der Biene als Honigproduzentin und vor allem als Bestäuberin von Nutz- und Wildpflanzen hätte ernste Konsequenzen für das ökologische Gleichgewicht. Die Zahl der Bienenvölker in Deutschland geht seit Jahren stark zurück. Während es 1989 allein in Brandenburg noch gut 140 000 registrierte Bienenvölker gab, waren es 2003 nur noch gut 15 000. Der Rückgang hat viele Gründe: Auch andere Krankheiten und ein Mangel an Imkern sind dafür verantwortlich.

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