Fotografie im Umbruch

- Die Ausbildung für den Fotodesigner-Nachwuchs der Fachhochschule München steht vor einer kompletten Umstrukturierung. Nachdem die Staatliche Akademie für Fotodesign nun seit dreieinhalb Jahren in die FH eingegliedert ist, werden die Studenten nun von der Clemens- an die Infanteriestraße umziehen. Die Foto-Ausbildung wird als eigene Studienrichtung im Bachelorstudiengang Design auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt.

"Wir haben für alle Studienrichtungen wie Industriedesign, Kommunikationsdesign und Fotodesign ein einheitliches Orientierungssemester geschaffen", erklärt Professor Ralph Buchner, Professor für Fotodesign an der FH. Bis zum Bachelor-Abschluss folgt dann die differenzierte Ausbildung in der gewählten Studienrichtung sowie ein Praxissemester."

Verstärkten Wert werden die Dozenten auf das Sammeln von Auslandserfahrungen legen. "Wir wollen, dass alle unsere Designstudenten sich mindestens ein Semester im Ausland aufhalten, egal welche Studienrichtung sie gewählt haben. Im Zuge der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem kann man auch dort Punkte für seinen Abschluss sammeln", sagt Buchner. "Wir richten bereits Kooperationen mit einer chinesischen und einer australischen Hochschule ein."

Gerade der Wettbewerb unter den jungen Fotografen ist in den vergangenen Jahren immer härter geworden. "Fast jeder kann heute ein halbwegs ordentliches Bild fotografieren", sagt Buchner. "Aus diesem Grund müssen unsere Fotodesign-Absolventen sich nun verstärkt auf Bereiche spezialisieren, die zum Beispiel eine ausgefeilte Lichtführung wie bei der Stilllife-Fotografie oder hohe Kreativität wie etwa bei der Modefotografie erfordern."

Wettbewerb unter den Fotografen wird härter

Zudem werden in Zukunft neue Fächer an der FH angeboten, die vor allem Schlüsselqualifikationen vermitteln sollen. "Für Fotografen wird es immer wichtiger, sich Netzwerke zu schaffen, um Aufträge zu akquirieren", betont Buchner. "Wir werden Kurse anbieten wie Rhetorik, Existenzgründung oder Selbstmarketing, um unsere Design-Studenten optimal auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Zusätzlich werden wir auch vermehrt Gastreferenten zu uns einladen, die die aktuelle Marktsituation und die Bedürfnisse der Wirtschaft erläutern."

Wer Fotodesign an der FH studieren will, der muss sich in einem harten Auswahlverfahren bewähren. Nur rund zehn Prozent der Bewerber bekommen einen der begehrten Studienplätze. Bei der Bewerbung ist zuerst eine Mappe mit Arbeitsproben gefordert. "Wir legen Wert auf Kreativität und fotografisches Sehen und eine eindeutige Leidenschaft für die Fotografie", sagt Buchner. In der zweiten Runde müssen die Bewerber ein vorgegebenes Thema bearbeiten. Haben sie diese Prüfung erfolgreich bestanden, dann gibt es noch Einzelgespräche mit den Dozenten.

Digitalfotografie verändert das Design-Studium

In den vergangenen Jahren hat das Foto-Studium eine starke Veränderung durch den Einzug der Digitalkameratechnik erfahren. "Wir bieten allen Designstudenten nun im ersten Semester einen Einführungskurs in die digitale Fotografie an", erklärt Buchner. "Unsere Studenten müssen vertraut sein mit den Anforderungen der digitalen Bildverarbeitung. So können die angehenden Fotografen ihren späteren Kunden schneller zeigen, wie die Ergebnisse ihrer Arbeit ausfallen und ihnen auch das Gefühl vermitteln, sie direkt in den Produktionsprozess einzubinden."

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