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Entwickler Linus Torvalds.

Freak statt Karrierist

Das Thema: Jede Woche stellen wir Seiten, Ideen und Produkte rund um das Internet vor. Doch welche Menschen stehen dahinter? In einer Serie stellen wir einige vor.

Als erfolgreichen Unternehmer, Software-Revolutionär oder Bill-Gates-Konkurrent sieht er sich nicht: Linus Benedict Torvalds hält sich gerne im Hintergrund und pflegte lange das Image des Computerfreaks. Des erfolgreichen Computerfreaks. „Das war mein Leben: Ich aß. Ich schlief. Vielleicht ging ich zur Uni. Ich programmierte. Ich las viele Emails. Mir war klar, dass meine Freunde mehr Sex hatten, aber das war okay. Offen gesagt, die meisten meiner Freunde waren auch Loser“, schreibt der heute 40-Jährige in seiner Autobiografie.

Schon früh hatte der Finne den Weg Richtung Informatik eingeschlagen: Sein Großvater, ein Statistikprofessor, schenkte dem Zehnjährigen einen Computer. Dieser schrieb schnell immer anspruchsvollere Programme, zumal er sich aus Kummer über die Scheidung der Eltern geradezu in die Computerwelt flüchtete. Nach dem Militärdienst studierte Torvalds an der Uni in Helsinki Informatik und graduierte mit einer Arbeit über Linux.

Geld hat er mit dem Software-Programm Linux, das in der Grundversion nach wie vor kostenfrei zu haben ist, nie richtig verdient, aber Anerkennung und Reputation. Viele Programmierer schlossen sich ihm an und entwickelten das System gemeinsam und ehrenamtlich weiter. Einen ertragreichen Job zu bekommen war für Torvalds auch nicht schwer. Ihn zog es ins Mekka der Computerindustrie: Bis 2003 arbeitete er beim Chiphersteller Transmeta im kalifornischen Silicon Valley.

Das Freak-Sein hat er auch aufgegeben: Er liest viel, mag Poolbillard, ist mit einer sechsfachen Karate-Meisterin verheiratet und mittlerweile Vater dreier Töchter.

Von Tatjana Braun

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