Freisinger Brückenschlag zu den Kliniken

- Mit rund 10 Milliarden Euro direkten und indirekten Kosten schlagen funktionelle Störungen des Magen-Darmtrakts jedes Jahr tiefe Löcher ins Budget der Krankenkassen. Die Aufwendungen für diese Erkrankungen sind höher als für Krebsbehandlungen.

<P>Warum ein Magen-Darm-System nicht so arbeitet, wie es sollte - diese Frage ist ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit von Professor Michael Schemann am Lehrstuhl für Humanbiologie am Wissenschaftszentrum Freising-Weihenstephan der Technische Universität München (TUM). Der 46-Jährige gilt als eine Koryphäe auf dem Gebiet der Neurophysiologie des Magen-Darm-Trakts. Nach einem mehrjährigen Forschungsaufenthalt in den USA war er zuletzt an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover tätig, bevor ihn die TUM im Vorjahr nach Weihenstephan berief. <BR><BR>Schemann und sein Forschungsteam untersuchen vor allem menschliche Darmabschnitte, die operativ entfernt werden mussten. "Wir erforschen die grundlegenden Mechanismen des Nervensystems", erklärt Professor Schemann. "Bis jetzt gibt es vor allem wissenschaftliche Untersuchungen an Tierpräparaten, dies wollen wir auf die menschlichen Organe übertragen". <BR><BR>Besonderen Wert bei seinen Forschungen legt Schemann auf die Regulationsmechanismen des Nervensystems des Magen-Darm-Trakts. "Oft bestehen hier Fehlfunktionen ohne erkennbare Ursachen, diese versuchen wir herauszufinden. Wenn uns das gelingt, können wir auch neue Therapieansätze entwickeln." <BR><BR>Zur Zeit ist Schemanns Team das einzige, das Vorgänge im Magen-Darm-System so eingehend untersucht. "In den letzten Jahren haben wir eine optische Methode entwickelt, die eine Registrierung des Darmnervensystems auch außerhalb des Körpers ermöglicht", erzählt der Neurophysiologe.<BR><BR>Für die Zukunft ist der Aufbau eines Zentrums für Neurogastroenterologie geplant. "Das Zentrum soll einmal als Brückenkopf von den Instituten zu den Kliniken dienen" sagt Schemann. Erste Kontakte zum Kreiskrankenhaus Freising bestehen bereits.<BR></P>

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