Fremdgehen lohnt sich - zumindest für Blaumeisen

- Starnberg/London - Untreue weibliche Blaumeisen bekommen gesündere und erfolgreichere Nachkommen. Das haben deutsche und norwegische Forscher bei rund 200 Meisen-Paaren und deren Nachwuchs im Wienerwald (Österreich) beobachtet.

<P>Die Wissenschaftler um Bart Kempenaers von der Max-Planck- Forschungsstelle für Ornithologie in Starnberg bei München stellen ihre Studie im britischen Fachjournal "Nature" (Bd. 425, S. 714) vom Donnerstag vor. Die Beobachtung kann nach Angaben der Max-Planck- Gesellschaft die Promiskuität weiblicher Singvögel erklären.</P><P>Normalerweise leben Blaumeisen (Parus caeruleus) in monogamen Beziehungen. "Ein Weibchen braucht einen Partner, der viel investiert in die Aufzucht der Jungen", sagte Kempenaers der dpa. Gelegentlich paaren sich die Weibchen aber zusätzlich mit anderen Männchen. Dadurch werde das Erbgut ihrer Nachkommen vielfältiger, was einen "evolutionären Vorteil" bedeute, erläuterte der Forscher. "Etwa die Hälfte der Weibchen ist fremd gegangen. Wir haben beobachtet, dass die Weibchen teils im Morgengrauen aufbrechen, um zu anderen Männchen zu fliegen." Das führe dazu, dass der eigentliche Partner dann auch die Nachkommen anderer Männchen aufziehe.</P><P>Die Forscher untersuchten im Verlauf von vier Jahren das Erbgut von rund 2000 neugeborenen Jungvögeln. Demnach sind jene Nachkommen mit womöglich höherwertigen Erbanlagen ausgestattet, die nicht vom eigentlichen Lebenspartner der Weibchen stammen. Der "außereheliche" Nachwuchs sei dadurch überlebensfähiger und könne selbst mehr Nachkommen in die Welt setzen als seine "ehelichen" Halbgeschwister. Warum nur die Hälfte der Weibchen fremdgehe, sei nicht geklärt, sagte Kempenaers.</P>

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