Frist für Einwände gegen Bücher-Digitalisierung verlängert

San Francisco - Die Frist für Einwände gegen die geplante Digitalisierung von Millionen Büchern durch Google ist vom zuständigen Bezirksrichter Denny Chin überraschend verlängert worden.

Grund für die Verlängerung bis Dienstag 10.00 Uhr (16.00 Uhr MESZ) ist, dass die Computer, über die die Registrierung der Einwände läuft, am Donnerstag für Wartungsarbeiten abgeschaltet wurden und das Wochenende über bis Montag nicht erreichbar sind. Damit können noch weitere Gruppen ihren Widerstand gegen die Einigung zwischen Google und den US-Verlegern und Autoren deutlich machen. Gegen das Vorhaben hat sich schon der Online-Händler Amazon.com ausgesprochen, der warnte, damit würde der Wettbewerb im Bereich der digitalen Bücher zum Nachteil der Verbraucher eingeschränkt. Es wird erwartet, dass auch zahlreiche andere Google-Rivalen wie Microsoft und Yahoo Einspruch erheben werden. Die deutsche Bundesregierung hat auch schon ihren Widerstand bekundet und dabei auf die transatlantischen Auswirkungen des Vergleichs hingewiesen.

Das US-Justizministerium kann noch bis zum 18. September Stellung nehmen. Für den 7. Oktober ist eine Anhörung angesetzt. Das Vorhaben der Digitalisierung zahlloser weiterer Bücher durch Google hat auch Datenschützer auf den Plan gerufen. Sie wollen wissen, welche Daten Google von Nutzern speichern will und wie lange. Google sagte deshalb zu, für die geplante digitale Bibliothek eigene Datenschutzbestimmungen aufzustellen. Ein erster Entwurf dazu wurde am Donnerstag veröffentlicht. Google hat seit 2004 schon mehr als zehn Millionen Bücher eingescannt und digitalisiert. Die Einigung mit den Verlagen sieht die Digitalisierung von Millionen urheberrechtlich geschützten Büchern vor, die derzeit nicht mehr aufgelegt werden und nicht mehr im Handel erhältlich sind.

ap

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