Das kann teuer werden

Hacker greifen Fritzbox-Router an

Berlin - Mehreren Besitzern eines Fritzbox Routers sind in den vergangenen Tagen Telefonrechnungen von mehr als 4000 Euro ins Haus geflattert. Dahinter stecken Hacker.

Die Berliner Firma AVM hat eine Sicherheitswarnung zu ihrem Router Fritzbox veröffentlicht. In den vergangenen Tagen seien mehrere Fälle von Telefonmissbrauch in Verbindung mit dem Gerät bekanntgeworden, teilte AVM am Donnerstag mit. Dabei hätten die Angreifer von außen auf die Fritzbox zugegriffen und teure Telefon-Mehrwertdienste aufgerufen. In kürzester Zeit sollen dabei horrende Telefonrechnung von mehr als 4000 Euro zusammengekommen sein.

„Spiegel Online“ berichtet von einem Opfer, über dessen Fritzbox in der Nacht zu einem kostenpflichtigen Anschluss auf die Falkland-Inseln telefoniert worden sei. Demnach erfolgten Hunderte Anrufe, die teils nur eine Sekunde dauerten, aber viel Geld kosteten. Die Angreifer richteten demnach zwei virtuelle IP-Telefone ein, über die sie telefonierten. Es sei aber nicht jeder Nutzer einer Fritzbox betroffen, betonte AVM-Sprecher Urban Bastert. Nur wenn der Fernzugriff über eine https-Verbindung aktiviert sei, bestehe die Gefahr.

Vorerst soll es sich um einige Dutzend Fälle in den vergangenen Tagen gehandelt haben. Wer die Angreifer sind, ist bislang unbekannt. AVM arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden an der Aufklärung der Fälle, sagte Bastert. Unter anderem sei die Staatsanwaltschaft Köln eingeschaltet. „Sicher ist, dass hochkriminelle Energie dahinter steckt“, sagte Bastert.

Offenbar wurden die Router gezielt gekapert, was darauf schließen lasse, dass den Angreifern die nötigen Zugangsdaten, eine Kombination aus IP-Adresse, Benutzername und Passwort bekannt gewesen seien. „Das ist, als wenn man einen Schlüssel klaut und gleich in den dritten Stock geht, weil man genau weiß, in welche Tür er passt“, sagte Bastert. Beobachter spekulierten deshalb auch, dass die Angriffe möglicherweise mit den 16 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörtern zusammenhängen könnten, die kürzlich in die Hände von Kriminellen geraten waren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das über diesen Angriff informiert hatte, war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

AVM rät dringend allen Nutzern einer Fritzbox, den Fernzugriff aus dem Netz sicherheitshalber zu deaktivieren. Das Unternehmen beschreibt auch, wie sich ermitteln lässt, ob es schon einen Zugriff auf den Router gegeben hat.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aktuelle Auto-Digitalradios nerven mit Stummschaltung
Das terrestrische Digitalradio DAB+ hat in aktuellen Autoradios oftmals einen schlechten Empfang. Bei schwachem Signal schalten die Geräte dann stumm. Eine Umschaltung …
Aktuelle Auto-Digitalradios nerven mit Stummschaltung
Microsoft hat Skype 8.0 veröffentlicht
Die neue Skypeversion 8.0 bringt einige neue Funktionen - und bedeutet das Ende für alle Vorgängerversionen. Ab September gibt es nur noch mit Skype 8.0 Zugang zur …
Microsoft hat Skype 8.0 veröffentlicht
iOS 12 kommt mit 60 frischen Emojis
Für manche Situationen und Gefühle hatten iPhone-Nutzer bislang nicht das passende Emoji, um die digitale Botschaft rund zu machen. Im Herbst will Apple Nachschub …
iOS 12 kommt mit 60 frischen Emojis
"Fortnite"-Entwickler warnen vor Betrug mit Spielwährung
Mithilfe von V-Bucks können Fortnite-Spieler kosmetische Artikel für ihren Helden kaufen. Immer wieder kommt es dabei auch zu Abzocke und Betrug. Wie können sich Spieler …
"Fortnite"-Entwickler warnen vor Betrug mit Spielwährung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.