Fruchtbarkeit genauer messbar

- Rund 1,5 Millionen Paare in Deutschland hoffen erfolglos auf ein Kind. Ist der Grund geklärt, können Frauenarzt und Androloge (Spezialist für die Hormonprobleme des Mannes) über Strategien nachdenken. Wie die fruchtbaren Tage der Frau optimal genutzt werden können, das wurde bei einer Fortbildungsveranstaltung in München diskutiert. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung, dass der Tag des Eisprungs nur der zweitbeste Tag für die Empfängnis ist, sagte der Gynäkologe Prof. Hermann Behre vom Uni-Klinikum Halle: "Der beste ist der Tag davor."

<P>Um eingeschränkte Fruchtbarkeit bei einem der Partner durch geplanten Sex kompensieren zu können, muss die Frau ihre Zyklustage genau kennen. Hier soll ein neues Gerät helfen, das die fruchtbarsten Tage anhand des Morgenurins anzeigt. Die bisher geübte Basaltemperaturmessmethode zur Ermittlung des Eisprungs hat nach Angaben Behres eine Schwäche: "Die Methode bringt nicht wirklich etwas", so der Mediziner, "denn die Frau weiß anhand der gestiegenen Temperatur erst im Nachhinein, dass sie einen Eisprung hatte. Und dann ist es meist zu spät, weil die Eizelle nur bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden kann."</P><P>Die beiden Tage der größten Fruchtbarkeit zeige der neue Clearplan Fertilitätsmonitor, der in einer Studie geprüft wurde, hingegen schon rechtzeitig am Morgen an, sagte der Gynäkologe. </P><P>Die Methode des Geräts beruht auf der in den 80er Jahren gemachten Entdeckung, dass zwei Hormone die Fruchtbarkeit der Frau fördern. Das Hormon Estradiol beeinflusst den Muttermundschleim so, dass das Überleben der Spermien gesichert und ihr Transport zur Eizelle gefördert wird. Ab einem bestimmten Schwellenwert löst Estradiol auch den Anstieg des so genannten Luteinisierenden Hormons (LH) aus, das den eigentlichen Eisprung auslöst. Das Fertilitätsgerät wertet die Hormone anhand des Morgenurins aus. Auf dem Monitor sind dann die Tage mit geringer, hoher und maximaler Fruchtbarkeit abzulesen. </P><P>In der Studie prüfte Behre, ob die Vorhersage des Eisprungs durch das Messgerät mit dem tatsächlichen Eisprung übereinstimmt. Kontrolliert wurde Eisprung über eine transvaginalen Ultraschallsonde.</P><P>Bei 53 Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren wurden dabei 150 Monatszyklen untersucht. Behre: "Wir haben durch die Ultraschalluntersuchung nachweisen können, dass während der zweitägigen maximalen Fruchtbarkeit, die der Monitor anzeigte, bei 91,1 Prozent aller Zyklen tatsächlich der Eisprung stattfand".</P><P>Das Gerät gibt es in Apotheken für 152,90 , 20 Teststäbchen kosten 36,80. Die Kassen zahlen aber nur in ganz bestimmten Fällen.<BR></P>

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