Fünf Kliniken aus der Innenstadt nach Großhadern

- Gewaltige Veränderungen kommen auf die Kliniken der Münchner Uni zu. Der Wissenschaftsrat empfiehlt in seinem jetzt vorliegenden Gutachten zur Münchner Hochschulmedizin die Verlagerung von fünf Innstadtkliniken nach Großhadern. Betroffen sind die Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Innere Medizin, außerdem sollen, wie bereits berichtet, Frauen- und Kinderklinik mitsamt Neugeborenenmedizin in Großhadern zu einem neuen Eltern-Kind- Zentrum verschmelzen.

Der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) betonte in einer ersten Stellungnahme zum Votum des Wissenschaftsrats, dass die Verlagerungen notwendig seien, um das Leistungspotenzial im Klinikum der LMU zu erhalten und auszubauen. "Die bundesweit sich verschärfenden Rahmenbedingungen der Höchstleistungsmedizin" machten es nötig, die Strukturen der Klinika in München neu zu ordnen, so Goppel.

Als Zeitrahmen für die Verlagerung werden etwa zehn Jahre angesetzt. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, so der Minister. In einem Haus wurden bereits Berechnungen durchgeführt: Bau-Erhalt und dringend notwendige Sanierungen in den Innenstadt-Kliniken kosten die nächsten 15 bis 20 Jahre 1,5 Milliarden Euro. Eine Verlagerung der Kliniken nach Großhadern mit entsprechenden Neubauten dort ab 2007 würden den Staat dagegen nur Bauinvestitionen von etwa 750 Millionen Euro kosten.

Ein Teil des Geldes würde dabei durch mögliche Grundstücksverkäufe in der Innenstadt aufgefangen. Der Minister will aber auch die Möglichkeiten einer künftigen Nutzung frei werdender Gebäude im alten Klinikgelände ausloten lassen. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates stimmen weitgehend mit den Überlegungen Bayerns (aus der Mittelstraß- Kommission) zur Neuordnung der Hochschulmedizin überein.

Der Rat spricht aber nicht von einer Fusion -er schlägt vielmehr einen "Verbund Münchner Universitätsmedizin" vor, mit einer aufeinander abgestimmten Entwicklung der beiden Medizinfakultäten. Goppel sieht für die Umsetzung der Verbundstrategie mehrere Möglichkeiten. Etwa die Einrichtung eines Koordinierungsgremiums (auch eine Rats-Empfehlung), oder die Schaffung gemeinsamer Organe beider Fakultäten.

 Goppel will in den nächsten Monaten eine mögliche engere Verklammerung der Hochschulmedizin mit beiden Universitäten und dem Landtag "sorgfältig und intensiv abstimmen". Ein Strategieplan für das Klinikum der Technischen Universität (rechts der Isar und am Biederstein) steht übrigens noch aus: Den will der Rat im Januar vorlegen.

Internet: www.wissenschaftsrat.de

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