Die Geburtsstunde der Ludwig-Maximilians-Uni

- Ingolstadt steht im Mittelpunkt der nächsten Bavaristischen Ringvorlesung "Schauplätze der Geschichte in Bayern". Professor Rainer A. Müller behandelt das Thema "Die Universität als Bastion der römischen Kirche" (27. November, 19 Uhr, Uni-Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Audimax).

<P>In Ingolstadt gründete Herzog Ludwig der Reiche 1472 die erste bayerische Landesuniversität und wurde dadurch Namensgeber der heute größten Hochschule im Freistaat.</P><P> Der zweite Teil des Namens (Ludwig-Maximilians-Universität) geht zurück auf den König Maximilian I. Joseph, der die Hochschule im Jahre 1800 nach Landshut verlegte und sie damit vor ihrem Ende bewahrte.<BR> Im Jahre 1826 schließlich zog die Universität nach München.</P><P> Während es im Europa des Hochmittelalters mit Paris, Oxford, Bologna, Salamanca und wenigen anderen nur eine Hand voll Universitäten gab, die von Studenten aus allen Ländern besucht wurden, gründeten, vor allem im 15. Jahrhundert, die deutschen Fürsten ihre Landesuniversitäten. Die Landeskinder sollten zu Hause bleiben und dort zu Dienern des Staates ausgebildet werden.</P><P> Die Universität Ingolstadt stand unter den rund 50 deutschen Hochschulen des 16. Jahrhunderts stets mit an vorderster Stelle. Sie galt als gut ausgestattet und deckte mit ihren vier Fakultäten - Philosophie, Theologie, Recht und Medizin - den damaligen Wissenskanon ab.</P><P> Seit der Reformation war Ingolstadt aber auch die wichtigste akademische Bastion des römischen Katholizismus in Deutschland.</P><P> Wie der Reformator Martin Luther mit der Universität Wittenberg, so war sein großer katholischer Gegenspieler Johannes Eck mit Ingolstadt verbunden. Im protestantischen Norden nannte man die bayerische Hochschule verächtlich Jesuiten-Universität und "Sanctuarium der lateinischen Barbarei".</P><P> Der Beitrag Ingolstadts zum Erhalt des Katholizismus kann, wie Müller betont, nicht hoch genug veranschlagt werden. <BR> Im Zeitalter der Aufklärung verblasste dann ihr Ruf. Erst durch den Umzug im Jahre 1826 von Landshut nach München, in die aufblühende Residenzstadt des Königsreichs Bayern, konnte die Universität wieder eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft zurückgewinnen.<BR></P>

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