Was gefällt Frauen an Männern?

- Hamburg - Schöne Männer sind für Frauen besonders begehrenswert - heißt es. Doch eine potente Männerwährung sind offenbar auch das Prestige und das Geld. Sie scheinen in den Augen von Frauen oft auch den unscheinbarsten Mann attraktiv zu machen.

Dies bestätigen auch Ergebnisse von Attraktionsforschungen, wie der neuen Publikation "Schönheit. Eine Wissenschaft für sich" von dem Sachbuchautor Ulrich Renz (Berlin Verlag, Berlin) zu entnehmen ist. Es stellt sich die Frage: Ist nur ein Mann mit Status attraktiv? Ergebnisse einer Umfrage von Soziologen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt verneinen es ziemlich eindeutig.

Eine in dem Universitätsmagazin "Agora" veröffentlichte geschlechtsspezifische Analyse dieser Befragung von insgesamt etwa 700 volljährigen deutschen Frauen und Männern in verschiedenen Teilen der Bundesrepublik im Frühjahr 2006 zeigt: Nur für 31 Prozent der befragten Frauen ist es wichtig, dass Männer viel verdienen.

Besonders auffallend am Ergebnis der Umfrage ist, dass Männer das andere Geschlecht in mehrfacher Hinsicht für viel anspruchsvoller halten, als es wirklich ist. So glauben mehr als doppelt so viele, nämlich 68 Prozent, dass ihr Verdienst für Frauen wichtig ist. 42 Prozent glauben auch, dass der Besitz eines teuren Autos Männer für Frauen attraktiv macht.

Doch nur für 11 Prozent der Frauen ist dies wirklich so. Sogar dass ein Mann nicht arbeitslos ist, hält weniger als die Hälfte der befragten Frauen, nämlich 46 Prozent, für wichtig. Nach Meinung der befragten Männer sind es 61 Prozent. Auch was die körperliche Attraktivität angeht, halten Männer das andere Geschlecht für anspruchsvoller als es wirklich ist.

76 Prozent glauben, dass ein Mann besonders unattraktiv für eine Frau ist, wenn er sie sexuell nicht erfüllt. Bei den Frauen äußerten sich acht Prozent weniger in diesem Sinn, nämlich 68 Prozent. Der Behauptung, dass muskulöse Männer für Frauen besonders attraktiv seien, pflichten 55 Prozent der Männer, aber nur 41 Prozent der Frauen bei.

Hinsichtlich allgemeiner Attraktivität sind sich die beiden Geschlechter nur darin einig, dass Männer mit Humor besonders attraktiv sind (beide 98 Prozent) und besonders unattraktiv, wenn sie der Partnerin nicht im Haushalt helfen (beide etwa zwei Drittel).

Von den drei Umfragebereichen - Partner- und Familienorientierung, körperliche Attraktivität und Versorgerfähigkeit - resultiert in der Gesamtschau aller befragten Männer und Frauen der erste mit Abstand als das wichtigste Attraktivitätsmerkmal, also: wie stark der Mann sich für die Partnerin und die Familie engagiert. Die Versorgerfähigkeit bildet das Schlusslicht jener drei Bereiche.

Ein Wissenschaftsjournalist hat zu der Umfrage kritisch angemerkt, dass solche Partnerschaftsstudien Meinungen dokumentierten, aber nicht das tatsächliche Verhalten. Wenn zum Beispiel jede zehnte Frau sich einen Mann mit einem teuren Auto wünsche, stehe nur fest, dass jede zehnte Frau das angab.

Die an der Umfrage maßgeblich beteiligte Professorin Nina Baur, seit Oktober vergangenen Jahres an der Technischen Universität Berlin, sagte: "In der Präsentation der Umfrage wird nicht behauptet, dass Frauen das tun, was sie sagen. Dennoch sind Fragen nach dem Denken von Männern und Frauen interessant, weil es die langfristige Lebensplanung beeinflusst."

Als Beispiel nannte sie: "Wenn Männer meinen, dass sie beruflich erfolgreich sein müssen, um bei Frauen anzukommen, werden sie auch eher versuchen, Karriere zu machen." Dies bedeute meist auch, dass sie weniger Zeit für anderes haben, etwa die Partnerin und die Kinder.

Dem Thema Partnerschaft gilt auch eine Studie der Bamberger Familienforscher Florian Schulz und Hans-Peter Blossfeld, die zeigt, wie komplex es ist. Hier ging es ausschließlich um den auch in den Eichstätter Umfrageergebnissen als wichtig bestätigten Aspekt der Aufteilung der Hausarbeit.

Nach einem Bericht in der Zeitschrift "Psychologie heute" macht die Studie an den Erfahrungen von 523 westdeutschen Ehepaaren deutlich, dass Vorsätze meist nicht dem späteren Verhalten entsprechen. Zum Zeitpunkt der Eheschließung waren mehr als die Hälfte der Paare "traditional", etwas weniger als die Hälfte "partnerschaftlich" organisiert.

Die Studie zeigt, dass im Verlauf der Ehe das Engagement der Männer im Haushalt rapide abnahm. Nach 14 Ehejahren waren etwa 85 Prozent der Paare "stark traditional" oder "traditional", nur noch etwa 14 Prozent "partnerschaftlich" organisiert. Forciert wurde diese Entwicklung offenbar besonders durch die Geburt des ersten Kindes.

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