Gegen den Brustkrebstod - Bald bundesweit Zentren?

- An Brustkrebs sterben in Deutschland immer noch viele Frauen, weil sie zu spät zu einer gezielten Behandlung kommen. "Jährlich sterben in Deutschland etwa 18 000 Frauen pro Jahr am Brustkrebs - das ist ein Irrwitz", sagte Prof. Diethelm Wallwiener, Vorsitzender der DGS, der Deutschen Gesellschaft für Senologie (Brustkunde), bei der 23. DGS-Jahrestagung in München.

<P>Die Sterberate könnte in den nächsten Jahren um ein Viertel gesenkt werden, wenn die Frauen in speziellen Brustkrebszentren so früh wie möglich fachübergreifend von Gynäkologen, Radiologen und Operateuren umfassend behandelt würden. Auch gutartige Erkrankungen der Brust könnten so zweifelsfrei entdeckt und behandelt werden. </P><P>Politik, Krankenkassen, Pharmaindustrie, Ärzte und Selbsthilfegruppen müssten jedoch besser zusammenarbeiten, so die Senologen. Hier sei Großbritannien ein Vorbild, dort sind zertifizierte Brustzentren heute üblich.</P><P>Im Jahr erkranken in Deutschland etwa 52 000 Frauen an Brustkrebs. Besonders gefährdet sind Frauen im mittleren Alter: "Wir müssen das Bewusstsein für die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen deutlich erhöhen", fordert Wallwiener in Namen der DGS (14 000 Mitglieder). "Nur so lassen sich die Tumore erwischen, solange sie kleiner als ein Zentimeter sind." </P><P>Statistisch gesehen wird jede siebte Deutsche im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken. Die Senologen hoffen, dass bald bundesweit die Versorgung in Zentren möglich ist, wie sie an einigen Universitätsklinika und vereinzelt an Stadtkliniken eingerichtet wurden. Auch die ärztliche Ausbildung müsse aber besser werden - in Diagnose und Behandlung.</P><P>Infos zu Zentren<BR>In Bayern haben die Universitäten in München und Würzburg fachübergreifende Brustkrebszentren eingerichtet, ebenso das Zentralklinikum Augsburg. Das größte Brustkrebszentrum außerhalb einer Universität entstand gerade in Berlin, am Vivantes-Uran-Krankenhaus.<BR></P>

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