Vom Gegner zum strategischen Partner

- Zwischen hasserfüllter Feindschaft und enger Partnerschaft bewegten sich im 10. Jahrhundert die Beziehungen zwischen Bayern und Ungarn, über die Professor Ludwig Holzfurtner am Mittwoch in der Bavaristischen Ringvorlesung an der LMU berichten wird. Schon bald, nachdem sie erstmals Kenntnis von den "Ungaren" genommen hatten - um 850 erwähnte sie der "Geographus Bavarus" in seinem Werk über die Völker östlich der Reichsgrenzen -, nahmen die Bayern das Volk als Bedrohung wahr.

<P>"Ab 850 gab es vom Schwarzen Meer aus einen stetigen Vorstoß der Ungarn nach Westen", erklärt der Historiker von der Ludwig-Maximilians-Universität. Als die von Osten Heranrückenden um 900 die Grenzen Bayerns erreichten, wurden sie zur unmittelbaren Bedrohung. "Ihre Feldzüge wurden zu einem Schreckgespenst", so Holzfurtner.<BR><BR>Wenn einmal ein Heerführer der Bedroher in bayerische Gefangenschaft geriet, erging es ihm denn auch nicht gerade glimpflich. "Häufig wurden die Ungarn aufgehängt, was eigentlich unüblich war. Aber aus bayerischer Sicht stellten sie ein Feindbild dar", berichtet Holzfurtner.<BR><BR>Ein Wandel in den Beziehungen bahnte sich 955 an, als die Bayern unter Otto dem Großen den Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld eine katastrophale Niederlage bereiteten. Wie Holzfurtner am 5. Mai um 19 Uhr im Audimax der LMU (Geschwister-Scholl-Platz 1) berichten wird, wurden die Ungarn in der Folgezeit wieder gen Osten zurückgedrängt. </P><P>Die sich dann verbessernden Beziehungen gipfelten in der Hochzeit zwischen der bayerischen Herzogstochter Gisela, der Schwester des späteren Kaisers Heinrich II., und dem ungarischen König Stephan. In den folgenden Jahren leisteten bayerische Truppen dem ungarischen König oftmals Hilfe - aus der Feindschaft war eine Partnerschaft geworden.<BR>Nic<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwei von drei Online-Käufern achten auf Produktbewertungen
Beim Online-Shopping lassen sich Produkte nicht ausprobieren. Viele setzen deshalb bei der Kaufentscheidung auf die Beurteilungen anderer Nutzer, zeigt eine Umfrage. …
Zwei von drei Online-Käufern achten auf Produktbewertungen
Wo ist die Nacht noch dunkel? Eine Webseite verrät es
Um den Sternenhimmel zu betrachten, muss die Nacht nicht nur wolkenlos sein. Wichtig ist auch, dass es keine Lichtverschmutzung gibt. Eine Online-Karte zeigt die …
Wo ist die Nacht noch dunkel? Eine Webseite verrät es
Schluss mit dem Geplärre: Smartphone-Klang verbessern
Nicht selten schlummern ganz Musiksammlungen auf Smartphones und Tablets. Doch Hi-Fi-Feeling kommt bei der Wiedergabe über die eingebauten Mini-Lautsprecher nicht …
Schluss mit dem Geplärre: Smartphone-Klang verbessern
App JLaw ist digitale Bibliothek für Gesetze und Urteile
In vielen Fällen ist es wichtig, seine Rechte zu kennen. Doch häufig ist die Gesetzeslage nicht ganz einfach. Wer in einer juristischen Angelegenheit tiefer einsteigen …
App JLaw ist digitale Bibliothek für Gesetze und Urteile

Kommentare