Geisteswissenschaftler: Berufschancen gestiegen

- Der Berufseinstieg der Geisteswissenschaftler verläuft häufig leichter als erwartet. Das ergibt eine bundesweite Untersuchung des Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover.

Ein Jahr nach Beendigung des Magisterstudiums sind nunmehr 55 Prozent der Hochschulabsolventen regulär erwerbstätig. "Werkverträge und Überbrückungen wie Praktika sind da nicht mitgerechnet", sagt Kolja Briedis, Hochschulforscherin beim HIS.<BR><BR>Alle vier Jahre befragt das HIS-Team die Absolventen eines Prüfungsjahrgangs zu ihrem Berufseinstieg. Im Vergleich zu den früher befragten Jahrgängen haben sich die Ergebnisse bei den Geisteswissenschaftlern um rund 25 Prozent verbessert.<BR><BR>"Geisteswissenschaftler kommen unter", fasst HIS-Projektleiter Karl-Heinz Minks zusammen. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor in den Medien: Journalismus, PR, Werbung, Buch- und Filmbranche sind die Haupt-Arbeitsfelder. <BR><BR>Doch das Angebot wird immer breiter, sagt Martha Meyer-Althoff: "Es gibt Bezeichnungen wie Producer, die sich um Filmprojekte von der Idee bis zur Vorführung kümmern. Oder Berufe wie Literaturagent, die vor zehn Jahren nicht üblich waren."<BR><BR>Auch in der Wirtschaft im Vertrieb, Marketing oder Personalwesen sind Germanisten, Historiker oder Orientalisten durchaus gefragt. "Weil sie mit neuen Ideen die Monokultur der reinen Betriebswirtschaft durchbrechen", betont Karl-Heinz Minks. "Geisteswissenschaftler sind das Salz in der Suppe." Doch erst müssen sie sich in der Praxis bewähren, bevor die Karriere winkt. "Sie sind Sonderfälle, die sich im Gegensatz zur klassischen Karriereplanung von Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern nicht verallgemeinern lassen", erklärt Siemens-Sprecher Karlheinz Groebmair in München auf Anfrage. <BR><BR>Gefragt seien Allrounder, die dazu beitragen, bedienungsfreundlichere Produkte zu entwickeln, oder Vertriebsmitarbeiter, die den nicht technisch versierten Kunden auf Augenhöhe begegnen oder Kommunikationsfachleute.

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