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Der Dienst UltraViolet macht gekaufte Filme auch über zahlreiche Endgeräte unterwegs nutzbar. Foto: Jens Kalaene

Gekaufte Blu-rays unterwegs per UltraViolet streamen

Zu Hause platzt das Filmarchiv mit Blu-rays aus allen Nähten, doch unterwegs guckt man in die Röhre, weil man auf die Blockbuster und Action-Streifen keinen Zugriff hat. Abhilfe schafft hier UltraViolet, ein Filmarchiv im Netz für Blu-ray-Käufer samt Anhang.

Duisburg (dpa) - Trotz der immer weiter aufstrebenden Streaming-Portale: Optische Speichermedien sind bei Heimkino-Fans immer noch erste Wahl. Nach Angaben des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien (BVV) führten DVD und Blu-ray den Heimkino-Markt 2014 mit Einnahmen von mehr als 1,3 Milliarden Euro an.

Im Gegensatz zum Abruf aus dem Netz brauchen hochauflösende Filme auf Scheiben zur Wiedergabe keine große Internetbandbreite und liefern nebenbei auch noch unterschiedliche Tonspuren. Eine praktische Möglichkeit, gekaufte Blu-rays auch unterwegs auf mobilen Endgeräten zu schauen, bietet die Online-Filmsammlung UltraViolet.

"Beim Kauf einer DVD, Blu-ray oder Blu-ray 3D mit UltraViolet-Logo wird kostenfrei eine Digitalversion des Films oder der Serie angeboten", erklärt Guido Randerath, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Heimkino". "Per Einlöse-Code können die Filme in der persönlichen UltraViolet-Filmsammlung online hinterlegt und jederzeit dauerhaft betrachtet werden." Das ist die Unterwegs-Lösung ohne Disc.

Alle Neuerscheinungen von Warner Home Video, Twentieth Century Fox Home Entertainment, Universal Pictures Germany und Sony Pictures Home Entertainment sind mittlerweile in der Regel über UltraViolet abrufbar. "Zu den wichtigen Ausnahmen gehören Apple, Disney und Google", erklärt Matthias Zehden von der "Macwelt".

"Dabei ist UltraViolet kein Anbieter im eigentlichen Sinn, sondern eine Cloud-basierte Rechteverwaltung, auf die Händler und Streaming-Clients zugreifen können", so Zehden. Hat man eine Blu-ray mit einer UltraViolet-Lizenz erworben, so kann man diese prinzipiell auf jeder dazu kompatiblen Plattform nutzen, ohne auf ein Betriebssystem festgenagelt zu sein. "Wechselt man die Plattform, zieht man seine UltraViolet-Bibliothek mit um", sagt Matthias Zehden. "Dazu sieht der Standard die gemeinsame Nutzung mit bis zu fünf Personen, auf zwölf Geräten und maximal drei gleichzeitig abgespielten Streams vor."

UltraViolet lässt sich über zahlreiche Endgeräte wie Tablets, Smartphones und Smart-TVs nutzen. Aufgerufen wird die persönliche Filmsammlung über das eigene Nutzerkonto. "Durch Verknüpfen des Kontos mit einem Streaming- oder Download-Anbieter lässt sich die Filmsammlung anzeigen - und zwar ohne erneutes Anmelden. Besitzt ein Anbieter nicht das Recht, den Film zu streamen oder zum Download zur Verfügung zu stellen, verweist dieser auf eine alternative Quelle", beschreibt Guido Randerath das Prozedere. Momentan besteht die Möglichkeit, über Videociety, Flixster und Sony Pictures auf die Inhalte von UltraViolet zuzugreifen.

Matthias Zehden empfiehlt etwa, für die Wiedergabe auf dem iPad die Flixster-App zu laden. Hier erscheint nach der Anmeldung in der Rubrik "Meine Sammlung" automatisch die komplette Bibliothek. Ein Fingertipp auf "Einlösen" am unteren Bildschirmrand genügt, um Filme in der App hinzuzufügen. "Tippen Sie auf einen Film und wählen dann "Anschauen", startet die Wiedergabe, und der Film wird auf das iPad gestreamt, ohne dabei dauerhaft lokal gespeichert zu werden", erklärt Zehden. Wahlweise kann in der App der Download in HD- oder SD-Auflösung gestartet werden, um den Film später auch ohne Internetverbindung anzuschauen. Manko: Im AirPlay-Verfahren wird nur der Ton, aber kein Bild wiedergegeben.

Auf der Blu-ray-Hülle ist vermerkt, wie lange der Code einer digitalen Kopie genutzt werden kann. Speziell wer ältere Scheiben erwirbt, sollte unbedingt einen Blick auf das "Verfallsdatum" werfen. Zehden zufolge sind die Codes nur zwei bis drei Jahre lang einlösbar.

"Die Stärke von UltraViolet liegt darin, dass der Dienst Streaming, Download und die physikalische Disc vereint beziehungsweise kombiniert", resümiert Randerath. Wenn es um Bild- und Tonqualität geht, sei die Blu-ray derzeit noch ungeschlagen. Wer einen Film zu Hause in bestmöglicher Qualität genießen möchte, kaufe deshalb nach wie vor Discs. Unterwegs auf dem Tablet reichten auch ein paar Pixel weniger - und man könne mobil auf Extras wie dreidimensionalen Raumklang verzichten. "Hier bietet UltraViolet die Möglichkeit, den einmal gekauften Film ohne weitere Zusatzkosten als Stream oder auch offline als Download zu schauen."

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