Gelähmte Hände greifen

- Er ist der älteste aktive Forscher Bayerns. Der Neurologe Professor Albrecht Struppler arbeitet mit 85 Jahren immer noch in einem Forschungslabor am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM). Durch einen Schlaganfall oder Unfall gelähmte Hände und Arme will er wieder beweglich machen. Die Methode: das Wiedererlernen der gestörten Bewegungen, besonders der Greifbewegungen.

<P>Dafür gründete Struppler eine fachübergreifende Forschungsgruppe "Sensomotorische Integration", in der Medizin und Ingenierswissenschaften eng zusammenarbeiten. <BR><BR>Die auch von verschiedenen Firmen mit großer Aufmerksamkeit verfolgte Arbeit hat zum RPMS-Verfahren geführt, der repetitiven peripheren Magnetstimulation. Sehr stark pulsierende, aber lokal begrenzte Magnetfelder werden eingesetzt, um beim Patienten wiederholte Bewegungen (etwa 20 pro Sekunde) in der Gelenkmuskulatur auszulösen. Dadurch werden Signale ans Gehirn gesandt, die die ursprünglichen Signale durch die jetzt gestörte Bewegung ersetzen. Die künstlich hervorgerufenen Signale unterstützen das Wiedererlernen der ursprünglichen Bewegungsmuster. </P><P>Darauf, so berichtet Struppler, beruhe der Therapieeffekt. Je mehr die stimulierten Bewegungen den tatsächlichen Bewegungen angenähert sind, umso besser ist der Effekt. Derzeit wird an der gleichzeitigen Stimulation mehrerer Muskeln zur Auslösung einer komplexen Greifbewegung gearbeitet.<BR>Albrecht Struppler wurde in München geboren, hier ging er zur Schule und zur Uni. Also ein echtes Münchner Gwachs, auch wenn er heute am Starnberger See wohnt.<BR><BR>Seinen 85. Geburtstag feierten mit ihm am gestrigen Sonntag seine Schüler - viele längst selbst gestandene Klinikchefs - und die TU München mit einem Symposium an seiner Wirkungsstätte.<BR>Denn der Medizinforscher war von 1968 bis 1989 Chef der Neurologischen Klinik rechts der Isar und Lehrstuhlinhaber für Neurologie und Klinische Neurophysiologie an der TU München.<BR><BR>Seine Forschung konzentrierte sich auf die sensomotorischen und schmerzleitenden Systeme beim Menschen. Ab 1977 gab es in seiner Klinik einen Operationstrakt für funktionelle Stereotaxie. Vielen Patienten mit schweren Bewegungsstörungen, wie etwa Tremor bei der Parkinsonerkrankung, konnte der Arzt und Forscher helfen.<BR>Für seine außerordentlichen Verdienste erhielt er unter anderem den Bayerischen Maximiliansorden.<BR><BR></P>

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