Geldsorgen überschatten Ankunft neuer Besatzung auf Raumstation ISS

- Moskau - Überschattet von Finanzsorgen der russischen Raumfahrt ist am Montag die achte Langzeitbesatzung auf der Internationalen Raumstation ISS eingetroffen. Der US-Raumfahrer Michael Foale und sein russischer Kollege Alexander Kaleri wechselten pünktlich um 12.15 Uhr MESZ gemeinsam mit dem spanischen Astronauten Pedro Duque aus ihrem angedockten Sojus-Raumschiff in die Raumstation. Auf der Erde drohte gleichzeitig der russische Raumfahrtkonzern Energija ein Ausscheiden Russlands aus dem Weltraum- Projekt aus Kostengründen an.

<P>"Wenn die Mittel nicht in nächster Zeit eintreffen, könnte die russische Seite das Feld verlassen", sagte Energija-Chef Juri Semjonow. Eine solche Entscheidung würde auch die amerikanischen und europäischen Partner treffen, die bereits Milliarden Dollar in die ISS gesteckt hätten. Seit dem Absturz der US-Raumfähre "Columbia" im Februar liege alle Last der ISS-Versorgung auf russischen Schultern, klagte Semjonow.</P><P>Auf Grund des danach verhängten Startverbots für US-Shuttles dürfen derzeit nur noch russische Raumschiffe die ISS anfliegen. Die Finanzierung dieser Flüge ist aber unsicher. Ein für November geplanter Versorgungsflug ist deshalb bereits gestrichen worden. "Die Haltung der Amerikaner ist mir völlig unverständlich, als ob sie sich aus allem heraus halten würden", sagte Semjonow.</P><P>Die am Samstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestarteten Astronauten Kaleri und Foale werden über ein halbes Jahr im All bleiben. In dieser Zeit sollen sie wissenschaftliche Forschungen durchführen, Außenarbeiten an der ISS verrichten sowie die für das kommende Jahr geplante Ankunft eines Transporters der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) vorbereiten.</P><P>Mit Kaleri und Foale traf auch der Raumfahrer Pedro Duque auf der ISS ein. Der Spanier ist der sechste Astronaut einer ESA-Nation an Bord der Raumstation. Er soll nach einer Kurzmission im All am 28. Oktober mit der bisherigen Langzeitbesatzung - Edward Lu und Juri Malentschenko - zur Erde zurückkehren.</P><P>Die ISS ist mit geschätzten Gesamtkosten von 200 Milliarden Euro das teuerste Projekt der Raumfahrtgeschichte. Ende 2000 hatte die erste Langzeitbesatzung ihre Arbeit aufgenommen. Beteiligt sind 16 Länder, darunter auch Deutschland. Die klassischen Raumfahrtnationen USA und Russland stellen bislang die Transportmittel und die Langzeitbesatzungen.</P>

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