Gemeinsame Forschung für den Verbraucherschutz

- Direkte Nachbarn sind sie schon, ab sofort arbeiten sie auch eng zusammen: Die Tiermediziner der Ludwig-Maximilians-Universität und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim besiegeln heute per Vertrag eine intensive Kooperation in der Forschung. Eine derartige Zusammenarbeit sei deutschlandweit einmalig, betont Tiermedizin-Dekan Professor Andreas Stolle.

Gemeinsam wollen beide Einrichtungen für die Erhaltung der Tiergesundheit eintreten und die hohe Qualität tierischer Lebensmittel sichern. "Entscheidend sind dafür vorausschauende Sicherungs-Maßnahmen statt bloßer Endprodukt-Kontrolle", betont Stolle. Auf diese Weise hoffe man, in Zukunft Krisen wie nach dem Bekanntwerden der Rinderseuche BSE verhindern zu können. Dieses Prinzip entspreche auch Vorgaben der Europäischen Union. <BR>Die Zusammenarbeit soll die jeweiligen Stärken der beiden Einrichtungen bündeln. "Wir als Universität sind in unserer Forschung freier als eine Behörde wie das LGL", erklärt Stolle. Das Landesamt auf der anderen Seite könne zum Beispiel in großer Zahl die für die Forschung notwendigen Proben bereitstellen.<BR><BR>Dass eine solche Zusammenarbeit erst jetzt institutionalisiert worden sei, liege daran, dass die Notwendigkeit dafür lange Zeit nicht erkannt worden sei.<BR><BR>Ganz neu ist die Kooperation von LGL und den LMU-Veterinären aber nicht. Schon jetzt arbeiten Tiermedizin-Doktoranden auch am Landesamt, wie Stolle berichtet. Mit dem Vertrag werde die bislang auf persönlichen Kontakten beruhende Zusammenarbeit aber gestärkt. <BR><BR>So nutzen das LGL und die Fakultät künftig Geräte und Bibliothek gemeinsam. Studenten sollen zudem Praktika im Landesamt machen können. Auf zusätzliche Fördermittel oder gar neue Personalstellen können die Partner jedoch zunächst nicht hoffen.

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