Genbefehle für neue Nervenzellen entschlüsselt

- In bestimmten Gehirnregionen erwachsener Säugetiere befinden sich Stammzellen, die sich zeitlebens zu neuen Nervenzellen entwickeln können. Noch liegen die molekularen Mechanismen ziemlich im Dunkeln, die dafür sorgen, dass erwachsene (adulte) Stammzellen sich im unreifen Vorläuferzellstadium halten können und dass unreife zu spezialisierten Zellen werden. Einem Team unter Leitung der Forscherin Ulrike Nuber am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin ist es nun gelungen, Gene zu identifizieren, deren Aktivität sich im Verlauf des Differenzierungsprozesses ändert.

<P>In Vorläuferzellen von Mäusen aus der Subventrikularzone des Gehirns (dort werden beispielsweise die Zellen des Riechnervs gebildet) haben sie mit Hilfe von DNA-Testverfahren die Aktivität tausender Gene zu verschiedenen Zeitpunkten der Differenzierung bestimmt. <BR><BR>Dabei fanden sie neue Kandidatengene, die wahrscheinlich bei der Erhaltung, Differenzierung und Wanderung der Zellen eine Rolle spielen. Ihre Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift "The Journal of Neuroscience" erschienen. <BR>Die Max-Planck-Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit verschiedenen Entwicklungsstufen und Zuständen, die adulte Stammzellen annehmen können. Ihre Zustände werden durch die spezifische Aktivität tausender Gene bestimmt. <BR>Um grundlegende Mechanismen bei der Differenzierung adulter Stammzellen zu verstehen, haben die Wissenschaftler die Gen-Aktivitäten verschiedener Stammzellzustände von der undifferenzierten Vorläuferzelle bis hin zur ausdifferenzierten Hirnzelle untersucht. <BR><BR>Die beteiligten Gene wurden nach funktionellen Gesichtspunkten gruppiert und biologischen Vorgängen zugeordnet, wie der Differenzierung selbst, Änderungen des Zellzyklus, der Zellstruktur und dem Zellzusammenhalt. In Vorläuferzellen aktive Gene (die Aktivität sinkt im Verlauf der Differenzierung) sind wahrscheinlich für den unreifen Zustand der Zellen wichtig. Sie schaffen sich selbst offenbar eine Umgebung im Gehirn, in der sie und aus ihnen hervorgehende Zellen existieren können. <BR><BR>Durch Wachstumsfaktoren können sie auch mit benachbarten Zellen kommunizieren. Andere Gene wiederum spielen wahrscheinlich eine Rolle bei der Wanderung von sich differenzierenden Zellen.<BR></P>

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