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Generation Z:

Die Digitalisierte Generation mit starkem Profil

Wie sich die Anforderungen an den Arbeitsmarkt ändern und die reelle und digitale Welt miteinander verschmelzen

Für die Generation Z, derer die zwischen 1997 und 2012 geboren sind, spielt die Verbindung aus Berufs- und Privatleben eine stetig wachsende Rolle. Der Wunsch nach Abwechslung und Flexibilität stellt für sie bei der Jobwahl eine wichtige Rolle dar. Die Grenze zwischen realer und virtueller Welt existiert für sie nicht mehr und so wird die digitale Technik zur Erweiterung der eigenen Person. Zeitgleich spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine übergeordnete Rolle und ein veganer Lebensstil erfreut sich bei ihnen größter Beliebtheit. Im Artikel gehen der Online-Experte Felix Beilharz, der Medienunternehmer Julien Backhaus, der Cybersecurity Evangelist Sascha Martens und der Vegan-Guru Christian Wenzel dem Mysterium Generation Z auf den Grund.

Felix Beilharz hat die Generation Z verstanden. Der 36-jährige befindet sich genau in der Zwischenphase zwischen Jung und Alt und bringt genügend Erfahrung mit, um einschätzen zu können, wie die unterschiedlichen Generationen ticken. ,,Für die Generation Z steht Selbstverwirklichung, ein gutes Arbeitsklima und Spaß am Beruf an oberster Stelle. Der Wunsch nach freier Entfaltung ist Ihnen wichtiger als die Höhe des Gehalts und des mit der Arbeitsstelle verbundenen Status’’ so Beilharz, der sich als Vortragsredner und Hochschuldozent einen Namen gemacht hat. Umso relevanter wird somit das Außenbild eines Unternehmens nicht nur für seine wirtschaftlichen Erfolge, sondern ebenso zur Gewinnung von kompetenten Mitarbeitern.

Unternehmen müssen an ihrer DNA arbeiten und Motivationssysteme anpassen

Der deutsche Medienunternehmer und Verleger Julien Backhaus rät Unternehmen, an ihrer Unternehmensphilosophie und den Anforderungen bezüglich ihrer Arbeitsräume zu arbeiten, denn in Zukunft werde man sachkundige Mitarbeiter mit einem hohen Gehalt alleine nicht gewinnen können. ,,Als Arbeitgeber muss man heute wissen, wie die Generation Z tickt. Die Generation Y konnte man noch mit Status und Karriere beeindrucken. Dafür interessieren sich die Z’ler nicht. Sie wollen in Gemeinschaften an einem übergeordneten Ziel arbeiten, welches über das Gehalt hinausgeht. Sie wollen nachhaltig etwas verändern – zum Positiven. Somit müssen viele Unternehmen an ihrer DNA arbeiten und die Motivationssysteme anpassen’’ so Backhaus. Doch was meint er damit? Mit dem allseits beliebten Homeoffice ist es bei der Generation Z nicht getan. Nur 14 Prozent der Befragten gaben in der Ausbildungsstudie 2019 von McDonalds an, dass sie Wert auf die Möglichkeit des Arbeitens von zuhause legen. Dies hat einfache Gründe. Die Generation Z ist mit einer flexiblen Zeitorganisation überfordert. Sie zählen zur Generation derer, deren Alltag nach der Schule durch Tennisunterricht, Musikschule, Nachhilfe und sonstige Verpflichtungen eine klare Ordnung fand. Gibt man ihnen heute die Freiheit, ihren Alltag und ihre beruflichen Verpflichtungen gänzlich selbst einzuteilen, sind sie leicht überfordert und orientierungslos. Zudem sind sie durch Online-Communitys 24 Stunden am Tag vernetzt. Social Media Plattformen bieten ihnen nie dagewesene Individualisierungsoptionen. Sie kreieren ihr eigenes Ich und konsumieren ausschließlich Medienkanäle, die sie wirklich interessieren. So leben sie in ihrer eigenen Filterbubble, durch die sie nur News erreichen, die gezielt auf ihre Peergroup abgestimmt sind.

Sicherheit im Web spielt für die Generation Z nur eine untergeordnete Rolle 

,,Der riskante digitale Lifestyle der Generation Z beschreibt nicht nur eine Menge von Menschen, die in einem definierten Zeitraum geboren wurden. Sie beschreibt vielmehr den Abschied von der Trennung zwischen digitalem und biologischem Leben: Die Digital Natives 2.0 stehen für die Vereinbarkeit von zwei einstmaligen Widersprüchen. Doch so selbstverständlich sie die Digitalisierung in ihr Leben integrieren, so riskant bewegen sie sich auch in dieser – dank unsicherer Passwörter oder sogar dem Verzicht auf diese’’. So beschreibt der Cybersecurity Evangelist Sascha Martens von dem Unternehmen Password Safe die Generation Z und macht hierbei auf einen enormen Risikofaktor aufmerksam. Das Leben der Gen Z unterscheide sich nur in einem Punkt zwischen reeller und virtueller Lebenswelt. In der virtuellen Welt spielen Vorsicht und Sicherheitsvorkehrungen für sie nur eine untergeordnete Rolle. Sie ignorieren die Gefahren die im Web lauern, obwohl sie sich den zunehmenden Gefahren bewusst sind, die dieser Komfort mit sich bringt. Warum sie in Zeiten, in denen PasswordManager vor Gefahren im Web schützen können, immer noch auf solche Sicherheitsmaßnahmen verzichten, wissen wohl nur sie selbst.

Reisen und Nachhaltigkeit gehören zusammen 

Für die Generation Z haben sich im Vergleich zu den vorherigen Generationen die Parameter der „Traumreise“ verschoben. Statt Erholung sucht diese Generation neue Abenteuer und folgt aktuellen Strömungen, mit dem Ziel, den eigenen Horizont zu erweitern. Besonders ausgeprägt ist bei den um die Jahrtausendwende Geborenen der Sinn für Nachhaltigkeit - und damit auch für nachhaltiges Reisen. So gaben laut Criteo Global Green Traveler Study 48% der Befragten Teilnehmer der Gen Z an, ihr Reiseziel nach bestimmten nachhaltigen bzw. ökologischen Kriterien auszuwählen. Bei der Planung einer Reise werden beispielsweise die Transportmittel oder die Unterkünfte auf den Prüfstand gestellt, aber auch der Zielort selbst.

Neben dem Trend zur Nachhaltigkeit hat sich ein weiterer Trend etabliert – „living like a local“ (etwa: Leben wie ein Einheimischer). So plant etwa die Hälfte aller Teilnehmer einer Studie der World Youth Student and Educational (WYSE) Travel Confederation, ihr Reiseziel möglich authentisch erleben zu wollen. Das bedeutet, das Ziel aus der Perspektive der Einheimischen und nicht der Touristen wahrzunehmen, um so ein besseres Verständnis für die jeweilige Lebensweise – etwa durch die Buchung eines Ferienhauses bei einer Plattform wie Holidu - zu erhalten. Für nachhaltige Reisen eignen sich Ferienhäuser als Unterbringung in einem besonderen Maße. Ein ausgeprägtes Angebot an ökologischen Unterkünften findet sich in den skandinavischen Ländern, wie Schweden oder Norwegen.

Für die zwischen 1997 und 2002 Geborenen hat das Reisen einen besonderen Stellenwert. Nicht nur, dass für 65% von ihnen, Reisen der wichtigste Grund ist Geld auszugeben. Diese Generation achtet auch verstärkt auf die Auswahl des Reiseziels und die ökologischen Konsequenzen sowie die kulturellen Einflüsse. Statt einer Vollpension mit Liege am Strand, sehnt sich die junge Generation nach Abenteuer und Natur.

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