Gentest gegen Nebenwirkungen

- Planegg - Schweißausbrüche, Herzrasen oder gefährliche Vergiftungen - außer den erwünschten können Arzneimittel auch unerwünschte Wirkungen haben. Häufig stecken dahinter genetische Ursachen, wie Ulrich Grau von den Martinsriedern IMGM Laboratories betont. Die Forscher der vor zwei Jahren aus dem Institut für klinische Chemie am Klinikum Großhadern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität ausgegründeten Firma haben eine Datenbank entwickelt, mit deren Hilfe der Arzt die Gefahr von genetisch bedingten Nebenwirkungen ausloten kann, schon bevor der Patient die erste Tablette schluckt.

In den Genen des Patienten sind die Informationen über den Transport eines Wirkstoffs im Körper, seinen Wirkungsort und seinen Abbau gespeichert. Weil die Gene in unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen können, kann dasselbe Arzneimittel von Mensch zu Mensch völlig unterschiedliche Wirkung entfalten.<BR><BR>Auf Basis des Arzneimittelverzeichnisses "Rote Liste" bündelt die Datenbank "Drug Profiler" Angaben zu rund 40 000 Medikamenten. Über das Internet kann der Arzt - nachdem er sich für 100 Euro Jahrespauschale registriert hat - von der Praxis aus darauf zugreifen. Zu jedem Medikament findet sich neben Angaben über Wirkstoff, Dosierung und Nebenwirkungen auch eine Liste der Gene, die mit dem Wirkstoff in Wechselwirkung stehen. Aufbauend auf der aktuellen Fachliteratur gibt "Drug Profiler" Auskunft darüber, welche Ausprägungen eines bestimmten Genes Nebenwirkungen verursachen können.<BR><BR>Ein Gentest an einer Blutprobe des Patienten zeigt schließlich, in welcher Variante das entsprechende Gen bei ihm vorliegt. "Neben Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Leber- und Nierenfunktion werden Ärzte bei der Verschreibung von Medikamenten künftig auch die in den Genen festgelegte Konstitution in Betracht ziehen", ist Grau überzeugt. Schließlich zählten Arzneimittelkomplikationen zu den fünf häufigsten Todesursachen in den Industrieländern.<BR> 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Life is strange" kommt auf iPad und iPhone
Was ist passiert? In "Life is strange" sammelt die junge Max Spuren auf der Suche nach einer verschwundenen Schulfreundin. Das Episoden-Abenteuer gibt es nun auch für …
"Life is strange" kommt auf iPad und iPhone
Spiele-Charts: Von digitalen Wimmelbildern und Highscores
Auf die Suche, fertig, los: Auf dem iPad wird gerade gesucht und gesucht. Denn das Wimmelbildspiel "Hidden Folks" verzaubert Spieler mit seinen Schwarzweiss-Zeichnungen. …
Spiele-Charts: Von digitalen Wimmelbildern und Highscores
Apps-Charts: Festliche Fotografien und Bewegtbilder
Die Adventszeit ist die Zeit der festlichen Momente und besonderen Augenblicke, die man gerne auf Fotos festhält. Auch in den App-Charts macht sich das bemerkbar. So ist …
Apps-Charts: Festliche Fotografien und Bewegtbilder
Rime für Switch im Test: Knobeliger Urlaubstrip
Ein gutes halbes Jahr nach den Varianten für PC, XBox und Playstation kommt das Rätsel-Adventure Rime nun auch auf der Nintendo Switch an. Und sorgt prompt für gute …
Rime für Switch im Test: Knobeliger Urlaubstrip

Kommentare