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Neue Notebook-Klasse: Geräte mit ULV- oder CULV-Prozessoren wie das Acer-Laptop Aspire 1810T zeichnen sich durch kompakte Bauweise und recht hohe Rechenleistung aus.

Geringe Spannung macht den Unterschied

Netbook oder Notebook? Jetzt kommt die Lösung: Notebooks mit ULV- oder CULV Prozessoren sind dünn, handlich, leistungsfähig und vor allem stromsparend.

München - Netbooks verkaufen sich wie geschnitten Brot. Sie sind klein, mobil und mit Preisen zwischen 350 und 450 Euro nicht teuer. Wer zu einem ähnlich niedrigen Preis ein Notebook kaufen wollte, bekam lange Zeit vor allem leistungsschwache Auslaufmodelle. In die Lücke zwischen günstigen Netbooks und größeren Notebooks mit ansprechender Leistung stoßen die Hersteller jetzt mit einer neuen Geräte-Klasse: Notebooks mit sogenannten ULV- oder CULV-Prozessoren.

ULV steht für Ultra Low Voltage. Die Prozessoren arbeiten mit recht geringer Spannung und verbrauchen weniger Strom als etwa ein Notebook mit Doppelkern-Prozessor. Zudem arbeiten die ULV-Chips mit niedriger Temperatur, erklärt Hersteller Intel in München. Dadurch müssen die Prozessoren nicht so stark gekühlt werden, wodurch ein kleinerer oder ein lautloser passiver Kühler ausreicht. Dadurch lässt sich der Strombedarf des Rechners weiter verringern. Hinzu kommt, dass der Platzbedarf im Gehäuse verringert wird. Somit können ULV-Notebooks sehr flach gebaut werden - die Rede ist dann auch von Ultra-Thin-Notebooks, von besonders dünnen Rechnern.

Technisch gesehen, sind ULV-Prozessoren keine Neuigkeit. Es gebe sie seit längerem, sagt Thomas Rau von der in München erscheinenden Zeitschrift “PC-Welt“: “Bis vor kurzem wurden sie allerdings fast ausschließlich in 'Subnotebooks' für den Geschäftsbereich verbaut.“ Solche, den Ansprüchen viel reisender Nutzer gerecht werdenden Notebooks sind jedoch relativ teuer - sie kosten 1500 Euro und mehr.

Doch nun zeigt zum einen die große Nachfrage nach Netbooks, dass Verbraucher Interesse an günstigen Mobilrechnern mit langer Laufzeit haben, auch wenn sie leistungsschwächer als ein PC sind. Zum anderen sind viele Netbook-Besitzer mit den Geräten wohl doch nicht rundum glücklich. Das zeigt eine Umfrage des US-Marktforschungsunternehmens NPD unter 600 Nutzern: Nur 58 Prozent von ihnen sind mit ihrem Netbook zufrieden.

Und so gibt es jetzt die neue Notebook-Klasse, deren Vertreter ähnlich viel kosten wie Netbooks: Die Preise liegen zwischen etwa 600 und 800 Euro. Dafür bringen sie deutlich mehr Leistung mit als ein Netbook. Diese Rechner sind für den Privatnutzer - auf Neudeutsch: Consumer - gedacht. Deshalb werden die entsprechenden Prozessoren auch “Consumer Ultra Low Voltage“-Chips genannt.

Auch Intel-Konkurrent AMD mit CULV-Prozessoren

Auch Intel-Konkurrent AMD bietet CULV-Prozessoren wie den Athlon Neo und entsprechende Plattformen an. Doch Sprecher Stephan Schwolow möchte gar nicht so sehr auf einzelne Prozessoren abheben: “Das interessiert doch den Käufer nicht.“ Stattdessen wolle AMD, dass auf neuen Notebooks weniger Aufkleber prangen, die sowieso niemand mehr verstehe. Das Unternehmen setze auf seine Vision genannte Plattform, die in den Ausführungen Basic, Premium und Ultimate angeboten werden soll. Auf den Rechnern soll statt einer genauen Prozessorbezeichnung nur noch stehen, in welche Kategorie von Basic bis Ultimate sie gehören. Ein CULV-Notebook sei bei Basic oder Premium anzusiedeln.

Ein großes Plus der CULV-Rechner ist ihre lange Unabhängigkeit von der Steckdose: “In jeder Größenklasse haben die Geräte im Vergleich zu gleichgroßen Notebooks mit anderen Prozessoren eine deutlich längere Laufzeit“, erklärt Rau. In der Regel seien das fünf bis acht Stunden. Acer etwa hat kürzlich sein mit einem CULV-Chip arbeitendes Notebook Aspire Timeline 1810T vorgestellt. Das 11,6-Zoll-Gerät soll mehr als acht Stunden mit Akkustrom arbeiten und kostet mit 500 Euro kaum mehr als ein Netbook.

CULV-Prozessoren leistungsfähiger als Atom-Prozessoren

CULV-Prozessoren sind allemal leistungsfähiger als die in den meisten Netbooks eingesetzten Atom-Prozessoren. Auf der anderen Seite sind sie ebensowenig für aufwendige 3D-Spiele gedacht. “Sie sind daher nur eingeschränkt spieletauglich“, sagt Rau.

Für CULV-Notebooks spricht dagegen, dass sie anders als Netbooks auch in größeren Formaten als zehn Zoll zu haben sind - bei der Darstellung von Office-Dokumenten auf einem Netbook heißt es scrollen, scrollen und nochmals scrollen. CULV-Notebooks kommen dagegen auch als 15-Zöller daher. Ansonsten gehört zur Ausstattung eines CULV-Notebooks meist eine Festplatte mit 320 Gigabyte (GB) sowie 4 GB Arbeitsspeicher.

Einzelne Modelle können sich jedoch stark voneinander unterscheiden - weshalb Käufer vorher vergleichen sollten. Darüber hinaus besäßen viele der ultraflachen Notebooks kein CD- oder DVD-Laufwerk, sagt Rau. Auch die Leistung des Grafikchips ist nicht mit der eines modernen PCs zu vergleichen. Deshalb sollten sich Käufer im Klaren darüber sein, dass auch ein Rechner mit CULV-Chip ein ausgewachsenes Notebook oder gar einen Desktop-PC nicht vollständig ersetzen kann.

Sven Appel

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