Gut gesattelt ins Alter

- Die Zielgruppe kommt in die Jahre, umso jünger soll da der Produktname klingen: "Free 2 Move" haben sechs Studenten der Fachhochschule (FH) ihren neuartigen Fahrradsattel für Menschen ab 50 Jahren genannt, der mehr Bequemlichkeit bieten und sogar fürs Aufbautraining nach Hüftoperationen geeignet sein soll. In einem Unternehmer-Seminar an der FH wurde die Erfindung jetzt ausgezeichnet.

Etwas klobig wirkt "Free 2 Move" auf den ersten Blick. Wo normalerweise ein schmaler, keilförmiger Sattel montiert ist, ragt an dem Drahtesel der Studenten ein breites Metallgestell in die Höhe, an dem zwei bewegliche Kunststoffschalen befestigt sind. "Das Design soll noch optimiert werden", verspricht das Team aus je drei angehenden Wirtschaftsingenieuren und Maschinenbauern gleich vorneweg.

Seine Funktion erfüllt der Prototyp aber schon. Beim Fahren wird das Gesäß von den zwei anatomisch geformten Schalen umschlossen, die beim Treten jeweils mit dem entsprechenden Bein nach oben und unten kippen. "Es gab zwar schon vorher bewegliche Fahrradsättel", erklärt FH-Student Ralf Schederecker. "Neu ist bei uns, dass der Drehpunkt genau auf Hüfthöhe liegt."

Ein Physiotherapeut hat den Erfindern bescheinigt, dass ihre Konstruktion dadurch für die Rehabilitation bestens geeignet wäre. "Radfahren wird nach Hüftoperationen empfohlen, ist aber mit gewöhnlichen Sätteln für die Patienten mühsam", sagt Schederecker.

Auch schwer Übergewichtigen könnte "Free 2 Move" das Radfahren erleichtern, sind die Studenten überzeugt. Denn das Körpergewicht verteilt sich auf wesentlich mehr Fläche als bei herkömmlichen Sätteln.

Entstanden ist "Free 2 Move" in einem Seminar am "Strascheg center for entrepreneurship" der FH. Die Studenten sollten darin unternehmerisches Denken lernen. Dazu gehörten neben der Produktentwicklung auch eine Marktanalyse mit Fragebögen, die Recherche in der Patentdatenbank und ein Marketingkonzept.

Bisher gibt es von "Free 2 Move" nur einen Prototyp. Allerdings haben seine Erfinder ihn zum Patent angemeldet. Wenn sie alle Prüfungen des Semesters hinter sich haben, wollen die Studenten über eine mögliche Vermarktung entscheiden.

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