Ein Gespür für Flugzeugturbinen

- Fast 100 000 Studierende strömen jeden Tag (außer in den Semesterferien) in die Hörsäle, Übungsräume und Labors der Hochschulen im Großraum München. Wir haben einigen Studentinnen und Studenten über die Schulter geschaut, um ihren Studienweg und den Arbeitsplatz aus ihrer ganz persönlichen Perspektive mitzuerleben. Heute: Melanie Dumm, Studentin der Luft-und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München.

<P>Schon als Kind hat sich Melanie Dumm ganz anders als viele ihrer Altersgenossinnen für Flugzeuge begeistert. Da war es die logische Folge, dass sie sich im Jahr 1999 für ein Studium an der Fakultät für Maschinenbau an der Technischen Universität München entschieden hat. Fünf Jahre ist der TU-Campus in Garching und damit das neue moderne Maschinenbau-Gebäude ihre zweite Heimat gewesen. Im Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik war sie während ihres Hauptstudiums eine von ganz wenigen Frauen. Sie schätzt, dass nur etwa fünf Prozent der Kommilitonen weiblich waren.</P><P>Jeden Tag ist Melanie Dumm von der Innenstadt bis auf den Campus Garching mit der U-Bahn und dem Bus gependelt. "Der Campus hier hat Vor- und Nachteile", erzählt sie. "Mit der schlechten MVV-Anbindung braucht man etwa eine Stunde, bis man auf dem Campus ist, dafür sind die Gebäude und Forschungsmöglichkeiten hier draußen sehr gut", sagt die Studentin. "Zudem kann man an der Isar während den Pausen ausgedehnte Spaziergänge in der Natur unternehmen." Nur am Wochenende flüchten alle vom Campus, dann ist hier "Tote Hose", es gibt keine Cafes oder Bars, mahnt sie an und hofft zugleich, dass sich die Situation für ihre nachfolgenden Kommilitonen verbessern wird, wenn hier im Jahr 2006 die neue U-Bahn bis auf das Forschungsgelände eröffnet wird.</P><P>Besonders gern erinnert sich Melanie Dumm an die Vorlesungen des ehemaligen Astronauten Ulrich Walter, der jetzt Professor an der TUM ist. "Er hat seine Vorlesung immer aufgelockert mit Geschichten aus dem All. Das ging sogar soweit, dass wir die Weltraum-Geschichten am Ende sogar gefordert haben", sagt sie. "Danach mussten wir aber wieder Gleichungen ableiten, die für ihn als Physiker wichtig waren, die wir als Maschinenbauer aber nie hinterfragt hätten."</P><P>Maschinenbau mit Händen und Füßen</P><P>Das Studium der Melanie Dumm war geprägt von vielen Praktika sowohl in der Industrie als auch an der Universität. Mit einem versonnenen Lächeln erinnert sie sich an einen äußerst lehrreichen Aufenthalt in Brasilien. "Dort habe ich mit etwas Portugiesisch und Englisch und im Notfall eben mit Händen und Füßen drei Monate lang Studenten unterrichtet." Jetzt macht sie gerade ihre Diplomarbeit bei der Firma MTU Aero Engines in der Gemeinde Karlsfeld . Sie untersucht mit Hilfe der Wärmebildtechnik Materialien, die im Flugzeugbau verwendet werden, auf ihre Qualität. Auf den Campus in Garching kommt sie nicht mehr so oft. Hier schaut sie nur noch vorbei, wenn sie Jobangebote oder Vorschläge für Doktorarbeiten sucht. Die Entwicklung von Antriebsturbinen in Flugzeugen interessieren Melanie Dumm am meisten. Wenn sie ihr Diplom in der Tasche hat, will sie sich einen Job suchen, bei dem sie an der Verbesserung der Turbinentechnik tüfteln kann.</P>

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