Gewinneinbruch bei Yahoo

New York - Seit mehr als zwei Jahren baut Yahoo-Chefin Carol Bartz den Internet-Pionier um. Sie strich viele Jobs und trennte sich von Geschäftsbereichen. Die Zahlen werden allerdings kaum besser.

Der Internet-Konzern Yahoo findet trotz der Partnerschaft mit Microsoft und eines andauernden Firmenumbaus nicht auf den Wachstumspfad zurück. Im ersten Quartal brach der Gewinn um 28 Prozent auf 223 Millionen Dollar (156 Mio Euro) ein, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Selbst damit übertraf Yahoo allerdings noch schlechtere Analysten-Erwartungen.

Die Aktie stieg nachbörslich um fast drei Prozent. Der Quartalsumsatz des Internet-Pioniers sackte um 24 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar ab. Allerdings liege dies an einmaligen Einnahmen im Vorjahresquartal sowie an einer Änderung der Bilanzierung im Zusammenhang mit der Suchmaschinen-Partnerschaft mit Microsoft, betonte Yahoo. Die beiden Unternehmen hatten sich im Suchmaschinengeschäft zusammengetan, um Marktführer Google besser Paroli bieten zu können. Yahoo setzt dabei auf die Technologie von Microsofts Suchmaschine Bing. Yahoo-Chefin Carol Bartz sprach in einer Telefonkonferenz von technischen Problemen beim großen Partner.

Microsoft werde länger brauchen, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Bartz bekräftigte, Yahoo sei auf dem Weg zu einem “nachhaltigen Wachstum bei Umsatz und Gewinn“, der Umbau laufe nach Plan. Sie will den Internet-Pionier als einen “Premium-Inhalte-Anbieter“ positionieren. Auf diesem Weg trennte sie sich seit dem Amtsantritt im Januar 2009 von Firmenteilen und strich allein in den vergangenen Monaten mehrere hundert Arbeitsplätze. Die Probleme sind noch lange nicht ausgestanden: Im vergangenen Quartal wurde das Ergebnis durch das Japan-Geschäft belastet. Yahoo finanziert sich vor allem über Werbung. Das sind zum einen Textanzeigen, die passend zu Suchergebnissen erscheinen. Dieser Bereich wird von Google dominiert.

Als Fortschritt nannte Bartz immerhin, dass Yahoos wichtigste Werbekunden mit ihren Investitionen inzwischen höhere Einnahmen erzielten. Der zweite große Geschäftsteil sind grafische Werbeanzeigen auf Websites, die sogenannten Banner. Die Erlöse in diesem Bereich wuchsen um 6,4 Prozent - allerdings wären es ohne eine Bilanzierungsänderung 17 Prozent gewesen, betont der Konzern. Google drängt auch in diesen angestammten Geschäftsbereich von Yahoo. Zudem ist ein dritter großer Spieler im Kampf um die Werbemilliarden aufgetaucht: Das rasant wachsende Online-Netzwerk Facebook.

dpa

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