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Gladinet bindet Cloud-Speicher in Windows ein

Gladinet bindet Cloud-Speicher in Windows ein

Daten speichern in der digitalen Cloud: Immer mehr Anbieter wie Google oder Microsoft bieten gigabyteweise Speicherplatz auf ihrem Server. Wer sich dort mit den persönlichen Daten anmeldet, kann zahllose Dateien hochladen, bearbeiten oder anschauen.

Eine nützliche Software holt diese Festplatten in der Cloud auf die Erde: Die Gladinet Cloud bindet unterschiedliche Online-Festplatten ins Betriebssystem ein und zeigt sie übersichtlich im Windows Explorer an - auf die gleiche Weise wie die Dateien auf der lokalen Festplatte oder einem USB-Stick.

 Nach dem kostenlosen Download der 11 MB großen "Starter Edition" und der einfachen Installation des englischsprachigen Programms richtet Gladinet ein virtuelles Laufwerk ein, in dem der Online-Speicherplatz als Verzeichnis betrachtet wird. Dafür werden elf Plätze in der Cloud angeboten, darunter das "SkyDrive" von Windows Live (Microsoft), die Google Docs, Google Picasa, Amazon S3 oder box.net. Zusätzlich kann man auch eigenen Server-Platz etwa bei einem Web-Hoster über das FTP-Protokoll einbinden.

Ebenfalls unterstützt wird der WebDav-Standard - damit kann man etwa ein Verzeichnis auf einem anderen Computer an das virtuelle Laufwerk von Gladinet andocken. Zwtl: Alle Speicherorte im Netz übersichtlich angezeigt Wenn die gewünschten Online-Festplatten ausgewählt sind, kann man noch den Laufwerksbuchstaben und die Bezeichnung für das virtuelle "Gladinet Drive" ändern - ansonsten wird das Laufwerk X zugewiesen.

Anschließend müssen die Speicherorte in der Cloud noch "gemounted", also in das Dateisystem eingebunden werden. Für jeden Anbieter gibt es ein kleines Plugin, das heruntergeladen wird. Im nächsten Schritt werden Benutzername und Passwort für den Dienst angegeben. Nach der Anmeldung wird der Datenspeicher in der Cloud, etwa das 25 Gigabyte große SkyDrive von Microsoft, im Windows Explorer angezeigt.

Die Account-Daten müssen nur ein einziges Mal angegeben werden, danach speichert Gladinet sie in einer verschlüsselten Datei. Damit entfällt die neuerliche Anmeldung auf der Website des Anbieters. Sind alle Online-Speicherorte registriert, zeigt die Gladinet-Festplatte diese übersichtlich an - so als ob es sich um Speicherorte auf dem lokalen Computer handeln würde. Dabei werden alle Funktionen des Windows Explorers unterstützt: Öffnen, Kopieren, Ausschneiden, Umbenennen, Senden an... Auch das Verschieben mit "Drag and Drop" ist ohne weiteres möglich.

So kann man Dateien von den Google Docs auf dem SkyDrive von Microsoft sichern oder auf den eigenen FTP-Server sichern. Der einzige noch spürbare Unterschied zu Dateiaktionen auf der lokalen Festplatte besteht darin, dass die Vorgänge je nach Qualität der Internet-Verbindung etwas länger dauern. Bei einer schnellen 16-Megabit-Leitung macht sich dies aber kaum bemerkbar.

Cloud-Speicher automatisch sichern

Ein automatisches Backup ermöglicht die "Professional Edition" der Software zum Preis von 40 Dollar. Damit kann man zum einen die persönlichen Daten der lokalen Festplatte in der Cloud sichern, zum anderen die Dateien der einen Wolke in einer anderen Wolke. Den verbreiteten Bedenken, persönliche Daten auf dem Server eines kommerziellen Unternehmens zu speichern, kommt die kostenpflichtige Version der Gladinet-Software mit der Möglichkeit entgegen, alle Dateien, die in ein bestimmtes Verzeichnis der Online-Festplatte hochgeladen werden, automatisch zu verschlüsseln.

Die meisten Anbieter von Online-Speicherplatz begrenzen die maximal zulässige Größe einer Datei. Beim SkyDrive sind es etwa 50 MB - zu wenig für die meisten Videos. Gladinet umgeht diese Einschränkung, indem große Dateien vor dem Hochladen auf den Server in kleinere Stücke zerlegt werden. Beim Herunterladen lassen sie sich dann wieder zusammensetzen. Um den Online-Speicherplatz möglichst gut zu nutzen, können die Daten bestimmter Verzeichnisse auch komprimiert werden.

Bislang gibt es Gladinet nur für Windows. Eine Mac-Version sei aber geplant, erklärt das US-Unternehmen. Bis dahin können Mac-Anwender entweder die kostenpflichtige iDisk von Apple oder die Online-Festplatte von DropBox nutzen, die in der kostenlosen Version zwei Gigabyte umfasst. Beide werden wie Gladinet direkt ins Betriebssystem eingebunden, lassen aber keine Integration weiterer Anbieter zu. (ap)

Von Peter Zschunke

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