Facebook: Dank mobiler Werbung viel verdient

Berlin - Dank hoher Einnahmen durch Werbung auf Smartphones und Tabletcomputern hat Facebook überraschend gute Unternehmenszahlen vorgelegt.

Das soziale Netzwerk verdiente im dritten Quartal unter dem Strich 425 Millionen Dollar (knapp 309 Millionen Euro), wie das US-Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Trotzdem steht Facebook vor einem Problem: Bei den ganz Jungen schwindet das Interesse an dem Netzwerk.

Vor einem Jahr hatte Facebook noch einen Verlust eingefahren. Zusätzlich zum dreistelligen Millionengewinn sprang der Umsatz des Unternehmens nun um 60 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Die Werbeeinnahmen kletterten sogar um 66 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar in die Höhe. Knapp die Hälfte dieser Einnahmen stammte von mobiler Werbung. Auch die Nutzerzahlen stiegen deutlich: Mindestens einmal im Monat nutzen mittlerweile 1,19 Milliarden Menschen Facebook (plus 18 Prozent); täglich sind es 728 Millionen (plus 25 Prozent).

Angesichts dieser guten Zahlen sprang der Kurs der Facebook-Aktie, der nach einem desaströsen Start erst kürzlich wieder den Ausgabepreis von knapp 40 Dollar erreicht hatte, kurzzeitig um 15 Prozent in die Höhe. Dann allerdings fiel er genauso rasant wieder auf Werte rund um den Vortages-Schlusskurs - nachdem Facebook-Finanzvorstand David Ebersman erklärt hatte, das Interesse junger Nutzer an Facebook sei gesunken.

"Unsere Analysen zeigen, dass die Nutzung bei US-Jugendlichen alles in allem stabil bleibt", sagte Ebersman. "Sie sinkt aber bei jüngeren Teenagern." Das könnte für Facebook zu einem Problem werden, urteilen Analysten. "Kinder sind die Samenkörner von Facebook, das darf man nicht verlieren", erklärte Technologiespezialist Rob Enderle.

Eine Untersuchung in den USA hatte erst kürzlich gezeigt, dass Twitter bei Jugendlichen mittlerweile Facebook als beliebtestes soziales Netzwerk abgelöst hat. Und auch in Deutschland zeigten Umfragen immer wieder, dass Facebook nicht mehr unbedingt den ersten Platz einnimmt. Besonderen Zuspruch finden dagegen vor allem Messengerdienste, die - oft kostenlos - den Austausch von Textnachrichten, Fotos, Videos und Sprachbotschaften per Smartphone erlauben.

In Deutschland ist einer neuen Umfrage zufolge mittlerweile die ganz große Mehrheit der deutschen Internetbevölkerung bei Facebook und Co. vertreten. Fast vier von fünf Internetnutzern (78 Prozent) hierzulande sind bei einem sozialen Netzwerk angemeldet, wie der Hightech-Branchenverband Bitkom am Donnerstag mitteilte. Tatsächlich aktiv seien zwei Drittel der Internetnutzer.

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Demgegenüber stehen diejenigen, die kein Profil bei Facebook oder einem anderen sozialen Netzwerk haben. Von ihnen sehen laut der repräsentativen Umfrage drei Viertel für sich keinen Nutzen in sozialen Netzwerken und gut die Hälfte will keine privaten Informationen im Internet preisgeben. Hieraus ergibt sich laut Berg, dass die Möglichkeiten sozialer Netzwerke, neue Nutzer in Deutschland zu ewinnen, nahezu ausgeschöpft seien.

Spitzenreiter mit großem Abstand ist auch in Deutschland weiterhin der Platzhirsch Facebook: Dort seien 64 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland angemeldet, erklärte Bitkom. Deutsche Netzwerke könnten nur konkurrieren, "wenn sie technisch auf der Höhe der Zeit sind und bestimmte Nischen besetzen".

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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