+
Google schert sich nicht um die Bedenken der Datenschützer.

Google: Bedenken der Datenschützer sind egal

Mountain View/Berlin - Trotz massiver Proteste hat Google am Donnerstag seine umstrittene neue Datenschutzerklärung weltweit in Kraft gesetzt. Was das für die Nutzer von Google-Diensten bedeutet:

Internet-Riese Google vereinheitlicht mit der neuen Datenschutzerklärung die Richtlinien für mehr als 60 einzelne Dienste und wertet gleichzeitig die Nutzerdaten aller Produkte gesammelt aus. Mit der Einführung der neuen Regeln setzte sich das Unternehmen über Bedenken von Datenschützern und Politikern in Europa und den USA hinweg, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit geäußert hatten.

Die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Das sind die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Google hatte erklärt, mit der Zusammenführung der Daten die “Nutzung unserer Produkte noch unkomplizierter und intuitiver“ machen zu wollen, zum Beispiel über eine verbesserte personalisierte Suche. Zudem könne man so passendere Werbung anzeigen - das Kerngeschäft des Unternehmens. Der bekannteste Google-Dienst ist die Suchmaschine, doch das Unternehmen bietet Dutzende anderer Produkte an, etwa GMail/Googlemail, die Büro-Software Docs, den Kartendienst Google Maps, das Videoportal YouTube, das Soziale Netzwerk Google+ und das Smartphone-Betriebssystem Android.

Vor allem die Verknüpfung personenbezogener Nutzerdaten aus verschiedenen Diensten stößt auf Bedenken. Eine Untersuchung der französischen Datenschutzkommission (CNIL) im Auftrag ihrer europäischen Kollegen war zu dem Ergebnis gekommen, dass die neuen Regeln gegen europäisches Recht verstoßen. Peter Schaar, oberster Datenschützer in Deutschland, hatte am Dienstag Google aufgefordert, die Umstellung bis zur Klärung aller Zweifel auszusetzen.

Google Street View: Kurioses aus Deutschland und aller Welt

Google Street View: Kurioses aus Deutschland und aller Welt

Auch in den USA steht die Umstellung unter scharfer Beobachtung. Der Kongress hat Google zur Beantwortung eines Fragenkatalogs aufgefordert. Die Generalstaatsanwälte (attorney generals) Dutzender Bundesstaaten äußerten in einem Brief das Unternehmen “starke Bedenken“ und forderten ein Treffen. Nutzer hätten keine angemessene Möglichkeit, die Datensammlung zu stoppen, hieß es in den Schreiben. Zudem sei es fast unmöglich, sich den Google-Diensten zu entziehen - nicht zuletzt weil das Betriebssystem Android bei den Smartphones einen Marktanteil von fast 50 Prozent habe.

Google hält den Protesten entgegen, dass das Unternehmen den Nutzern Kontrolle und Transparenz gewähre. So könne man mit dem Programm Dashboard die gesammelten Informationen überprüfen und die Datenschutzeinstellungen der Dienste ändern.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Facebook Messenger erhält Autoplay-Werbung
Facebooks bislang werbefreier und kostenloser Messenger wird künftig automatisch startende Videoclips abspielen - zwischen den Nachrichten von Freunden und Bekannten. …
Facebook Messenger erhält Autoplay-Werbung
Anzahl der Tinder-Matches explodiert - Der Grund ist keine Überraschung
Besonders junge Leute nutzen die Dating-App Tinder um schnell mit dem anderen Geschlecht in Kontakt zu kommen. Während der WM 2018 explodieren die Zahlen der …
Anzahl der Tinder-Matches explodiert - Der Grund ist keine Überraschung
Googles Android Messages bekommt Web-Dienst
Viele Messenger-Dienste können auf mehreren Plattformen genutzt werden. Web-Dienste ermöglichen es, Nachrichten nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch auf dem PC zu …
Googles Android Messages bekommt Web-Dienst
"Pokémon Go" erhält Tauschmodus und Trainer-Freundschaften
Als "Pokémon Go" vor zwei Jahren erschien, tummelten sich mancherorts unzählige Monsterjäger auf den Straßen. Dabei dürfte die ein oder andere Freundschaft entstanden …
"Pokémon Go" erhält Tauschmodus und Trainer-Freundschaften

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.