Aber noch nicht in Deutschland

Google blockt Suchanfragen für Kinderpornos

Berlin - Der Internetriese Google hat nach eigenen Angaben eine neue Technologie entwickelt, mit der die Suche nach Kinderpornografie im Netz erschwert wird.

In einem Beitrag für die britische Zeitung "Daily Mail" (Montagsausgabe) schreibt Google-Chef Eric Schmidt, mehr als 100.000 typische Suchanfragen würden künftig blockiert. Das System wird demnach zunächst für englischsprachige Länder installiert und binnen sechs Monaten auf den Rest der Welt ausgedehnt.

Die Ankündigung erfolgte unmittelbar vor einem Spitzentreffen zur Sicherheit im Internet beim britischen Premierminister David Cameron. An dem Treffen wollten im Laufe des Tages Vertreter von Google, Microsoft und anderen Internetfirmen teilnehmen. Cameron hatte im Juli an die Unternehmen von Suchmaschinen appelliert, den Zugang zu mehr Kinderpornografie-Seiten zu sperren. In den Sommerwochen waren in Großbritannien zwei Morde an Kindern begangen worden, bei denen die Täter zuvor im Internet nach Kinderpornografie gesucht hatten.

Schmidt schrieb in seinem Beitrag, in den vergangenen drei Monaten hätten sich mehr als 200 Google-Mitarbeiter damit befasst, das Problem technisch in den Griff zu bekommen. Es sei gelungen, bei entsprechenden Anfragen im Internet weiterführende Links zu einschlägigen Seiten in den Suchergebnissen zu eliminieren. "Auch wenn die Gesellschaft solche Verirrungen niemals ganz wird verhindern können, so müssen wir doch alles in unserer Macht stehende tun, um die Schädigung von Kindern zu vermeiden", erklärte Schmidt.

Der Internetriese Microsoft erklärte, er habe in den vergangenen Monaten ebenfalls daran gearbeitet, Kindesmissbrauch im Internet zurückzudrängen. Dabei sei die "verstärkte Zusammenarbeit" mit staatlichen Stellen und anderen Unternehmen "der beste Weg". Microsoft besitzt die Suchmaschine Bing und hat nach eigenen Angaben Möglichkeiten der Überprüfung von Bildmaterial, mit denen die Weiterverbreitung unzulässiger Bilder verhindert werden kann. Google testet derzeit neue Möglichkeiten, Videos mit Kindesmissbrauch zu entdecken und aus dem Verkehr zu ziehen.

Cameron erklärte, in den vergangenen Monaten habe seine Regierung mit Google und Microsoft "eng zusammengearbeitet". Dadurch habe es "spürbare Fortschritte" in den Bemühungen gegeben, die Weiterverbreitung von Kinderpornografie aufzuhalten.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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