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Mit der Datenbrille Google Glass kann man sich bei anderen schnell unbeliebt machen.

Benimmregeln für Datenbrille

Google rät: "Sei kein Glasshole"

Mountain View - Mit Google Glass kann man sich bei anderen schnell unbeliebt machen und sogar mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Jetzt gibt es Tipps für den anständigen Umgang mit der Datenbrille.

Datenschützern ist sie ein Dorn im Auge: die Datenbrille Google Glass. Mit ihr kann man ins Internet gehen, sich über einen kleinen Bildschirm über dem rechten Auge Routen-Anweisungen anzeigen lassen oder seine E-Mails checken. Aber auch Videos und Fotos kann das sprachgesteuerte Hi-Tech-Gerät mit seiner eingebauten Kamera schießen - auch ohne dass andere davon etwas mitbekommen.

Letzteres gehöre sich aber nicht, schreibt der Internet-Konzern in einer Benimm-Fiebel an seine Nutzer. Man solle immer vorher um Erlaubnis fragen und auf Nachfragen zu dem Gerät nicht unfreundlich reagieren. "Sei kein Glasshole", schreibt Google in seinem Glass-Knigge - auf Deutsch etwa: "Sei kein Glarschloch".

Grundsätzliche Kamera-Verbote gelten auch für Glass, betonte Google in den am Dienstag veröffentlichten Empfehlungen. So war ein Nutzer der Datenbrille jüngst in einem US-Kino unter dem Verdacht der Video-Piraterie festgehalten worden. Erst nach stundenlangen Verhören konnte der Mann die Beamten davon überzeugen, dass er nicht vorhatte, den Streifen von der Leinwand abzufilmen, um ihn später ins Internet zu stellen und so illegal zu verbreiten.

Eine Frau war auf andere Art wegen der Datenbrille mit dem Gesetz in Konflikt gekommen: Ihr drohte ein Strafzettel, weil sie Glass beim Autofahren trug. Sie kam aber glimpflich davon: Ein Richter sah es als nicht erwiesen an, dass sie das Gerät während der Fahrt auch eingeschaltet hatte.

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"Wer in der Öffentlichkeit zu lange auf den kleinen Bildschirm starrt, wird einen ziemlich seltsamen Eindruck auf die Menschen um sich herum machen", erinnert Google seine Nutzer. Und: "Man macht sich sicher keine Freunde, wenn man in der Ecke eines Raumes steht und die Leute abfilmt." Weil kein Außenstehender wissen kann, ob er gerade gefilmt wird, soll man doch bitte das Gerät nur tragen, wenn man es auch gerade benutzt. Ein romantisches Dinner etwa sei keine passende Situation für den Gebrauch der Brille.

Überhaupt soll man es laut Google nicht übertreiben: „Lesen Sie "Krieg und Frieden" nicht über Glass.“ Der Tolstoi-Wälzer mit seinen über 1500 Seiten sei als E-Book sicher am besten zu genießen - oder natürlich in Form eines guten alten Buches. Auch Wasser-Ski, ein Bullen-Rodeo oder ein Wrestling-Match mit der Google-Brille auf der Nase seien wahrscheinlich keine gute Idee. Für Videos und Fotos von solcherlei Aktivitäten sind Helmkameras zu bevorzugen, die seien auch wesentlich robuster als das ziemlich zerbrechliche 1500-Dollar-Teil.

Die Datenbrille wird derzeit von einigen zehntausend Test-Nutzern in den USA ausprobiert. Es gibt noch keinen Termin für eine Markteinführung, laut früheren Äußerungen könnte es aber in diesem Jahr soweit sein. Vor kurzem stellte Google zusätzliche Gestelle vor, die Glass auch für Brillenträger nutzbar machen.

dpa

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