Google und HSBC finanzieren Satelliten-Web für Arme

New York/London - Google und die britische Bank HSBC finanzieren ein Projekt, das günstige Internet-Verbindungen für Milliarden Menschen in der Dritten Welt bringen will.

Der Dienst mit schnellen Online-Anbindungen über Satellit solle bis Ende 2010 in Afrika, Teilen Lateinamerikas und dem Mittleren Osten starten, teilte die Betreiberfirma O3b Networks am Dienstag mit. Die Produktion der ersten 16 Satelliten habe bereits begonnen. O3b steht für Other 3 Billion (die anderen drei Milliarden), in Anspielung auf die Zahl der Menschen, die sich keinen Internet-Zugang leisten können.

O3b will Kunden nicht direkt versorgen, sondern die Leitungen lokalen Telekom-Unternehmen anbieten. Das Vorhaben soll 650 bis 750 Millionen Dollar kosten, berichteten die "Financial Times" und das "Wall Street Journal". Die Anfangsfinanzierung liege bei 65 Millionen Dollar. Weitere Geldgeber neben dem Internetkonzern Google und HSBC sind der Kabelnetzbetreiber Liberty Global von John Malone sowie das Investmenthaus Allen & Company. Die derzeit schätzungsweise 1,5 Milliarden Internet-Nutzer leben zu einem großen Teil in entwickelten Ländern, die Dritte Welt ist noch weitgehend vom weltweiten Computernetz abgeschnitten.

Der Vorstoß könnte die Karten auf den Telekom-Märkten der Entwicklungsländer neu mischen. In vielen Regionen der Welt gibt es keine Kabel-Festnetze. Bisher hatten die Mobilfunk-Anbieter sich als treibende Kraft bei der zukünftigen Versorgung der ärmeren Regionen mit Telekommunikations-Diensten gesehen. Die schnellen Internet- Verbindungen über Satellit sind bisher kein Massenmarkt geworden. Der Großteil des weltweiten Datenverkehrs läuft über Kabel. Richtmarke für die Satelliten-Verbindungen in Entwicklungsländern mit O3b seien die DSL-Tarife in der westlichen Welt, hieß es.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bevölkerung sieht EU-Datenschutzverordnung skeptisch
Seit dem 25. Mai sind die neuen EU-Bestimmungen zum Umgang mit Personendaten in Kraft. Eine Studie zeigt, was die Menschen in Deutschland von der DSGVO halten.
Bevölkerung sieht EU-Datenschutzverordnung skeptisch
Falsche PC-Fehlerhinweise ignorieren
Die Bundesnetzagentur geht gegen eine neue Version des sogenannten Tech-Support-Betrugs vor. Die Behörde hat vier Rufnummern gesperrt, hinter denen vermeintliche …
Falsche PC-Fehlerhinweise ignorieren
VPN-Dienste bieten keine Garantie für Anonymität im Netz
Wer im Internet seine Identität nicht zu erkennen geben möchte, nutzt oft einen VPN-Dienst. Doch können solche Anonymisierungsdienste die Benutzerprofile wirklich …
VPN-Dienste bieten keine Garantie für Anonymität im Netz
Wo Internet-Einsteiger Hilfe finden
Soziale Netzwerke, Fake News und Fallen beim Online-Shopping: Das Internet, Smartphone und Apps stellen Einsteiger vor manche Herausforderung. Wer die ersten Schritte …
Wo Internet-Einsteiger Hilfe finden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.