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Ein Teilnehmer der Entwicklerkonferenz Google I/O probiert am 25.06.2014 in San Francisco das "Project Cardboard" aus, bei dem ein Android-Smartphone dank einer Papp-Konstruktion zum Stereoskop wird.

"Project Cardboard"

Google präsentiert Smartphone-Stereoskop aus Pappe

San Francisco - Google hat bei der Entwicklerkonferenz Google-I/O das "Project Cardboard" präsentiert. Dabei trifft High-Tech auf Pappe. Das Ganze funktioniert wie ein altbekanntes Stereoskop:

Während Facebook bis zu 2,3 Milliarden Dollar für den 3D-Brillen-Hersteller Oculus VR ausgeben will, behilft sich Google deutlich günstiger: mit Pappe. Beim „Project Cardboard“ wird einfach ein Android-Smartphone in eine Papp-Konstruktion mit zwei Linsen geschoben. Das Ganze funktioniert wie ein altbekanntes Stereoskop: Beiden Augen wird jeweils ein Bild aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln gezeigt, dadurch entsteht ein räumlicher Eindruck. Das Google-Entwicklerteam baute sogar wie beim klassischen Vorbild einen Schieberegler an der Seite ein, mit dem man zum nächsten Bild springen kann.

Dank der Sensoren im Smartphone bewegt sich das Bild mit, wenn der Betrachter den Kopf dreht. So kann man mit einer am Mittwoch auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellten Begleit-App zum Beispiel den Palast in Versailles erkunden. Die zusammengefalteten Papp-Konstruktionen wurden zum Selberbasteln an die Teilnehmer verteilt. Wenige Stunden nachdem sie alle waren, verkaufte ein Anbieter aus San Francisco bereits Nachbauten für 20 Dollar.

Das Smartphone-Stereoskop wurde von mehreren Google-Mitarbeitern in den 20 Prozent der Arbeitszeit entwickelt, die sie für eigene Projekte aufwenden können. Im Vergleich zu Oculus ist „Cardboard“ selbstverständlich ein Spielzeug: Die digitale High-Tech-Brille, die seit Jahren entwickelt wird, soll Nutzer tief in Spiele mit aufwendiger Grafik eintauchen lassen.

Demonstranten stören Eröffnung von Google-Konferenz

Der Start der Entwicklerkonferenz Google I/O ist am Mittwoch gleich zweimal von Demonstranten unterbrochen worden. „Sie arbeiten für ein totalitäres Unternehmen“, rief ein Mann zum Ende der Eröffnungsveranstaltung den über 5000 Teilnehmern zu. Google stelle Roboter her, die Menschen töten, behauptete er. Er bezog sich dabei offensichtlich auf die von Google übernommene Firma Boston Dynamics, die auch an Robotern für das US-Militär forscht. Der Mann wurde schnell von Sicherheitsleuten abgeführt. Bei den anwesenden Software-Entwicklern stieß der Demonstrant auf Ablehnung.

Zuvor war eine Frau vor die Bühne gesprungen, die behauptete, sie werde von einem für Google arbeitenden Juristen aus ihrer Wohnung in San Francisco herausgedrängt. Die Lehrerin sei in die Veranstaltung hereingekommen, weil ihr ein Teilnehmer seine Karte ausgeliehen habe, berichtete das Blog „The Verge“. Ein Google-Manager, der während ihrer Aktion gerade von der besseren Batterielaufzeit in der neuen Version des Smartphone-Systems Android sprach, scherzte daraufhin, die Akkus reichten damit auch für längere Proteste.

dpa

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