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Das "lernende" Thermostat der Firma Nest.

Vernetzter Haushalt

Google kauft sich in den Alltag ein

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Mountain View - Google treibt seine Vision einer total vernetzten Welt voran und übernimmt mit einem Milliarden-Kauf die Firma Nest, einen Anbieter digitaler Thermostate und Rauchmelder.

Millionen US-Amerikaner werden bald einen neuen Mitbewohner haben: Der Internetgigant Google hat den Thermostat- und Rauchmelderhersteller Nest gekauft – und damit den Zutritt ins viel beschworene Internet der Dinge. Die tz erklärt die Hintergründe des Milliarden-Deals:

Warum ein Thermostathersteller? Nest stellt nicht einfach irgendwelche Thermostate und Rauchmelder her – die Geräte sind sämtlich mit der Firmenzentrale vernetzt. „Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt“, sagt Nest-Mitgründer Tony Fadell. Und zwar überall auf der Welt, wo die vernetzten Rauchmelder seiner Firma installiert sind. Die intelligenten Thermostate der Firma erkennen selbstständig, wann die Nutzer zu Hause sind und die Heizung laufen sollte.

Wie viel Geld hat Google für die Übernahme locker gemacht? Der Internet-Gigant blättert 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Mrd Euro) für Nest hin. Damit ist der Deal die zweitteuerste Übernahme in der an Übernahmen reichen Firmengeschichte Googles. Nur für die Übernahme des Handyherstellers Motorola zahlte das Unternehmen 2012 mit 12,5 Milliarden Dollar mehr.

Was passiert jetzt mit den Daten von Nest-Kunden? Sie landen künftig unter dem Dach von Google. Allerdings bemüht sich Nest, die Datenschutz-Sorgen seiner Kunden zu entschärfen. „Die Daten von Nest bleiben bei Nest“, winkte Fadell in einem Interview des Technologie-Blogs Recode ab. Nur Behörden könnten unter Umständen Zugang zu den Informationen bekommen, aber auch nur in Einzelfällen. „Wenn jemand an Daten aus einem Haushalt heranwill, muss er zu mir oder meinem Mitgründer kommen und das gut begründen“, so Fadell. Nest wolle die Expansion nach Europa zügig vorantreiben.

Warum sollten Thermostate und Rauchmelder überhaupt Daten in die USA melden? Der Markt-Analyst Shyam Patil erklärt, welche Überlegungen hinter der Übernahme stecken. „Die Automatisierung von Haushalten ist eine der größten Geschäftsmöglichkeiten, wenn man vom allgegenwärtigen Internet redet, das alles verbinden wird.“ Rückgrat dieser Vernetzung aller Dinge soll das Google-Betriebssystem Android werden. So kann zum Beispiel das Thermostat die Heizung runterregeln, wenn der Nutzer im Google-Kalender des Smartphones einen Kino-Abend eingetragen hat. Für Bequemlichkeitsfanatiker ein Traum – für Datenschützer eine Katastrophe. In Zukunft wird es nicht bei Thermostaten und Rauchmeldern bleiben – der vernetzte Kühlschrank, der die fehlende Milch selbstständig bestellt und andere vernetzte Hausgeräte sind der große Trend.

Warum ausgerechnet Nest? Die Firma wurde erst 2010 gegründet – und zwar von ehemaligen Mitarbeitern von Apple. Mitbegründer Fadell etwa gilt als einer der Väter von Apples iPod. Google hat sich also ein gefeiertes Designteam an Land gezogen, das selbst Thermostate in eine schöne Form bringe. Bisher hinkte der Absatz der Google-Produkte den erfolgreichen Apple-Konkurrenz immer ein wenig hinterher.

M. Kniepkamp

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