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Jetzt auch in Deutschland

Google schaltet „Knowledge Graph“ frei

Mountain View - Google hat am Mittwoch seine Internet-Suche in Deutschland um den "Knowledge Graph" erweitert. Dabei handelt es sich um eine Datenbank mit abgesicherten Fakten, Biografien und Bildern.

Googles neue semantische Suchfunktion mit dem Namen „Knowledge Graph“ ist in der Lage, Suchbegriffe nach unterschiedlichen Bedeutungen zu gruppieren und inhaltliche Zusammenhänge zu verwandten Themen herzustellen. Die Funktion war im Frühjahr zunächst im englischsprachigen Raum freigeschaltet worden.

Google-Manager Amit Singhal erläuterte die neue Funktion in einem Blog-Eintrag am Beispiel der Suche nach dem Begriff „Dschingis Khan“. Der Knowledge Graph erkennt, dass diese beiden Worte zum einen Herrscher der Mongolen im 12. Jahrhundert bezeichnen. Er kennt aber auch die von Ralph Siegel produzierte deutsche Musikgruppe „Dschingis Khan“, die mit dem gleichnamigen Hit im Jahr 1979 den 1. Platz der Charts belegte. Zu dem Mongolen-Führer zeigt Google nun einen Kasten mit der Kurzbiografie und den wichtigsten historischen Daten zu Dschingis Khan auf einen Blick. Darunter steht ein alternativer Link zu der Musikgruppe, die den 1979 den 4. Platz beim Eurovision Song Contest belegte.

Zum Aufbau des Knowledge Graph hat Google in den vergangenen zwei Jahren eine Sammlung von 500 Millionen Personen, Plätzen und Dingen zusammengestellt, die eindeutig identifiziert und in inhaltliche Zusammenhänge gestellt wurden. So weiß das System, dass Leonardo da Vinci als Maler und Bildhauer der Kunstepoche der Renaissance zuzuordnen ist und zeigt im Knowledge Graph auch bekannte Werke des Universalgelehrten.

Die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Das sind die häufigsten Suchbegriffe bei Google

„Dank des Knowledge Graph kann Google eure Suchanfrage besser verstehen, und dadurch können wir wichtige Inhalte rund um dieses Thema zusammenfassen - einschließlich wichtiger Fakten, die ihr möglicherweise zu diesem Suchgegenstand benötigt“, schrieb Singhal in einem Blogpost.

Google versucht mit der neuartigen Suchfunktion, den Hauptwettbewerber Microsoft mit dessen Suchmaschine Bing auf Distanz zu halten. Bing hatte im Frühjahr 2012 eine „soziale Suchfunktion“ vorgestellt, bei der Inhalte aus Netzwerken wie Facebook und Twitter zu den herkömmlichen Suchergebnissen hinzugefügt werden. In den USA führt Google nach Berechnungen von ComScore mit einem Anteil von knapp 67 Prozent den Suchmaschinen-Markt an. Das restliche Drittel teilen sich Bing und die Suchfunktion von Yahoo, die ebenfalls von Bing betrieben wird. In Deutschland liegt laut ComScore der Marktanteil von Google mit 96 Prozent signifikant höher.

dpa

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