Google setzt auf Internet-Telefonie

- Mountain View - Google steigt in das boomende Geschäft mit der Internet-Telefonie ein und mischt damit die Online-Branche wieder auf. Der Betreiber der führenden Internet-Suchmaschine veröffentlichte am Mittwoch das Messenger-Programm Google Talk, mit dem nicht nur Textnachrichten versendet werden können. Anwender können zudem am PC miteinander telefonieren.

Das Programm ist vorerst nur Nutzern von Googles E-Mail-Dienst GMail vorbehalten. Allerdings können Nutzer von Google Talk nach Angaben des Unternehmens auch andere Personen zur Teilnahme an GMail und dem Messenger-Dienst einladen.

Mit Google Talk setzt das Unternehmen den Wettkampf mit Yahoo! und Microsoft fort, die bereits Messenger-Programme anbieten. Auch AOL gehört mit seinem AOL Instant Messenger zum Kreis der Konkurrenten. Mit der neuen Software begibt sich Google zudem in direkte Konkurrenz beispielsweise zu dem luxemburgischen Unternehmen Skype, das seit 2003 Telefonieren über das Internet anbietet.

"Bei Google investieren wir kontinuierlich in Bereiche, in denen wir technologische Veränderungen vornehmen können", sagte Google- Direktor Georges Harik am Mittwoch. "Wir sehen, wie wichtig die einwandfreie direkte Kommunikation und der Informationsaustausch ist." Die neue Software soll werbefrei sein. Die bei GMail hinterlegten Kontakte können auch für Google Talk benutzt werden. Google Talk basiert zudem auf dem offenen Protokoll Jabber. Somit ist es möglich, auch andere Messenger-Software, die das Jabber-Protokoll unterstützt, für Google Talk zu nutzen.

Nur wenige Stunden nach Veröffentlichung von Google Talk gab Skype bekannt, Entwicklern künftig die Nutzung der Messaging-Funktionen seiner Software in anderen Anwendungen zu ermöglichen. Mit einer weiteren neuen Funktion, SkypeWeb, können Nutzer unter anderem auf der eigenen Webseiten anzeigen, ob sie gerade per Skype erreichbar sind oder nicht.

Zum Jahrestag seines erfolgreichen Börsengangs hatte Google vergangene Woche eine weitere Aktienplatzierung angekündigt, mit der rund vier Milliarden Dollar eingenommen werden könnten. In der Branche wird seitdem über neue Pläne des führenden Suchmaschinen- Betreibers spekuliert. Erst Anfang der Woche erweiterte Google seine Desktop-Suche. Die Beta-Version durchsucht nicht nur den Inhalt der Festplatte, sondern verfügt zusätzlich über eine Navigationsleiste, die je nach persönlicher Auswahl unter anderem Nachrichten, Fotos, Wettervorhersagen und E-Mails einblenden kann. Bei der personalisierten Suche liefert sich Google einen Wettkampf mit Yahoo! und bei der Suche auf der eigenen Festplatte mit Microsoft.

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